„LAL 2.0“

Chirurgen implantieren Patienten erstmals neue Kunstlinse

Eine neue Generation lichtadjustierbarer Linsen wurde erstmals bei Patienten eingesetzt. Die LAL 2.0 bietet bessere Möglichkeiten, die Sehschärfe nach dem Eingriff feinzujustieren.

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Vorbereitung auf die UV-Bestrahlung der lichtadjustierbaren Linse.

Vorbereitung auf die UV-Bestrahlung der lichtadjustierbaren Linse.

© Andreas Beyna/UK Knappschaftskrankenhaus Bochum

Bochum. Weltweit als erstes OP-Team haben Chirurgen der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum bei einem Patienten einen neuen Typ von Intraokularlinse, eine lichtadjustierbaren Kunstlinse der zweiten Generation (LAL 2.0), eingesetzt, meldet das Uniklinikum. Dies erlaubt es dem Augenarzt, Wochen nach der Operation die Brechkraft dieser Linse quasi im Feinabgleich so zu verändern, dass der Patient eine volle Sehschärfe erreicht, ohne eine Brille tragen zu müssen.

900.000 Kataraktoperationen pro Jahr

Mit dieser Option könnten die Erwartungen des Patienten an seine Sehschärfe nach einer Kataraktoperation noch besser erfüllt werden, erklärt Professor Burkhard Dick, Direktor der Augenklinik, nach den ersten drei komplikationslos verlaufenen Implantationen der neuen Kunstlinse. Dick erinnerte in der Mitteilung der Uniklinik daran, dass die Kataraktoperation mit rund 900.000 Eingriffen pro Jahr in Deutschland die häufigste chirurgische Intervention überhaupt ist.

Die Kunstlinse oder Intraokularlinse (IOL), die bei dem Eingriff implantiert wird, ist so berechnet, dass der Patient anschließend idealerweise keine Fehlsichtigkeit aufweist. Dies gelingt bekanntlich nicht immer, bei einigen Patienten besteht postoperativ eine meist leichte Kurz-, Stab- oder Weitsichtigkeit.

Mit einer lichtadjustierbaren Linse (LAL) kann dieses Problem gelöst werden. Diese besteht aus einem photosensitiven Kunststoff, der zwei Wochen nach dem Einsetzen in das Patientenauge gezielt mit UV-Licht bestrahlt werden kann, dass die Linse leicht ihre Form und damit ihre Brechkraft ändert. Auf diese Weise kann eine Rest-Fehlsichtigkeit komplett nicht-invasiv ausgeglichen werden, ohne den Patienten zu belasten. Bis zu dieser endgültigen Fixierung der Optik, dem sogenannten Lock-in, muss der Patient lediglich eine Lichtschutzbrille tragen, um eine unbeabsichtigte Beeinflussung der Linse durch Sonnenlicht zu vermeiden.

Inzision von 2,7 Millimeter Größe

Die neue lichtadjustierbare Linse bietet im Vergleich zur ersten Generation mehr Möglichkeiten der Feinjustierung und eignet sich für minimal-invasive Eingriffe, heißt es in der Mitteilung des Uniklinikums weiter. „Zu ihrer Implantation ist lediglich eine Inzision von 2,7 Millimeter Größe notwendig,“ erklärt Dick und verweist auf weitere Vorteile: „Die neue Bestrahlungseinheit ist schonender und ermöglicht Brechkraftänderungen um bis zu drei Dioptrien. Bei geeigneten Patienten wird man sogar eine Art Nahteil – wie bei einer Brille – einarbeiten können. Rundum: Es handelt sich um eine Technologie, die dem Patienten eine geradezu maßgeschneiderte Lösung für optimales Sehen anbietet – und dass über viele Jahre hin weg.“ (eb)

Eine lichtadjustierbare Linse (LAL) besteht aus einem photosensitiven Kunststoff, der zwei Wochen nach dem Einsetzen in das Patientenauge gezielt mit UV-Licht bestrahlt werden kann, so dass die Linse leicht ihre Form und damit ihre Brechkraft ändert. Auf diese Weise kann eine Rest-Fehlsichtigkeit komplett nicht-invasiv ausgeglichen werden.

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