Haut-Krankheiten

Chronischer Druck verursachte münzgroßen subkutanen Tumor

Schmerzloser Tumor links, Hautverletzung rechts - beide Beschwerden hatten bei einem 45-jährigen Patienten die gleiche Ursache. Die Diagnose lautete: Windsurferdaumen beidseits. Das Festhalten am Gabelbaum hat regelmäßig beide Daumengrundglieder traumatisiert.

Von Dr. Thomas MeißnerDr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Wind von links ... und ein Tumor am Daumen des Windsurfers.

Wind von links ... und ein Tumor am Daumen des Windsurfers.

© Foto: Martin Hartjen, Arzt für Allgemeinmedizin, Lübeck

LÜBECK. Der Mann surft seit 25 Jahren regelmäßig, und zwar ausschließlich mit Wind von links beim Hinausfahren in die Brandung. Das kraftvolle Festhalten am Gabelbaum des Segels habe regelmäßig beide Daumengrundglieder traumatisiert, berichtet Martin Hartjen, Allgemeinmediziner in Lübeck (MMW 30-33, 2009, 5). Bei dem Tumor am linken Daumen handelte es sich um eine subkutane Fibrosierung, rechts hatte sich der Mann am Vortag eine fünf Millimeter lange Hautverletzung zugezogen.

Gerade Hautverletzungen sind so häufig, dass Windsurfer oft keine genaue Auskunft über alle Ereignisse geben können (Dt Ärztebl 98, 2001, A39). Besonders in sehr warmen Regionen werden weder Neoprenanzug, noch Schuhe oder Handschuhe getragen. Nach ein paar Tagen sind Hautirritationen dann kaum zu vermeiden. Am häufigsten verletzen sich Windsurfer an den unteren Extremitäten, vor allem an den Füßen und den Sprunggelenken, am zweithäufigsten am Kopf.

Dabei handelt es sich um Blasen, Schnitt- und Schürfwunden (in Gegenden mit Korallenriffen) oder Prellungen, die bei Stürzen auf das eigene Surfbrett, das Rigg oder bei Kollisionen entstehen. Bänderrisse am Sprung- oder Kniegelenk oder gar Meniskusverletzungen haben ihre Ursache in der Fixation des Vorfußes in der Fußschlaufe bei Stürzen mit hoher Geschwindigkeit. Häufige Überlastungserscheinungen sind der vordere Knieschmerz sowie Lumbalgien bei falscher Surftechnik (Österr J Sportmed 2, 2002, 27). Insgesamt soll jedoch die Verletzungshäufigkeit beim Windsurfen wesentlich geringer sein als beim Skifahren, Snowboarden, Fußball oder Inlineskating.

Zur Verletzungsprävention werden außer der Schutzkleidung Mastprotektoren und Helme empfohlen. Zudem müssen die Fußschlaufen optimal an den Benutzer abgestimmt sein. Günstig ist auch ein windsurfspezifisches Kraft- und Ausdauertraining, gerade für die Rücken- und Schultermuskulatur. Vor dem Fahren gilt es, sich richtig aufzuwärmen.

Mehr zum Thema

Hautkrebs

Virustherapie verlängert Leben bei resezierbarem Melanom

Das könnte Sie auch interessieren
Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

© Bayer Vital GmbH

DDG-Tagung 2021

Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

© Dr. Sebastian Huth / privat

ADF-Jahrestagung

Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

© Mark Kostich / iStockphoto

Radiodermatitis

Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Mussten Ärzte seinerzeit auch neu dazulernen: Röntgen.

© Channel Partners / Zoonar / picture alliance

Ärzte und die digitale Medizin

Digitalisierung: „Wir müssen uns offener zeigen als Ärzteschaft“

Kopfschmerzen: Rund zehn Prozent der Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion entwickeln nach Abklingen der akuten Symptome einen Dauer-Kopfschmerz.

© ijeab / stock.adobe.com

Schmerzmediziner berichten

Dauer-Kopfschmerz nach COVID-19 nicht selten