Nationale Diabetes-Strategie

DAK macht Vorschläge im Kampf gegen Diabetes

Die Diabetes-Epidemie mit Prädiabetes-Früherkennung und Präventionsmaßnahmen eindämmen: Die DAK schlägt ein Konzept für die Nationale Diabetes-Strategie vor.

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

BERLIN. Jeden Tag erkranken in Deutschland über tausend Menschen neu an Diabetes. Um die Epidemie einzudämmen, hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag die Entwicklung einer Nationalen Diabetes-Strategie vereinbart. Konkrete Vorschläge dazu hat jetzt die Krankenkasse DAK in Zusammenarbeit mit dem IGES Institut in einem „Versorgungsreport Diabetes mellitus“ zusammengestellt.

Wie bei einem Symposium von DAK und dem Unternehmen Sanofi berichtet wurde, soll durch Früherkennung von Prädiabetikern und gezielten Maßnahmen zur Lebensstiländerung sowie (eventuell) die prophylaktische Gabe von Metformin die Manifestation der Stoffwechselkrankheit verhindert werden.

Die vorgeschlagene Früherkennung setzt beim „Check up 35“ an, wo unter anderem auch der Nüchternblutzucker bestimmt wird. Dabei wird unterschieden:

  • Bei Werten von 100 bis < 110 mg/ dl ergibt sich ein Prädiabetes mit mäßig erhöhtem Erkrankungsrisiko. Es soll sich eine ärztliche Beratung anschließen. Mit jährlichen Nüchtern-BZ-Kontrollen soll zudem eruiert werden, ob das Risiko steigt.
  • Bei Werten von 110 bis 120 mg/dl ergibt sich ein Prädiabetes mit stark erhöhtem Risiko. Angeboten wird dann ein Initialgespräch vom Hausarzt sowie ein individuelles Coaching über 18 Monate. Dazu gehören sieben Sitzungen mit einem Ernährungsberater, drei Hausarztgespräche sowie eine onlinebasierte Unterstützung mit einer App.

Bei den Interventionen werden in den ersten drei Monaten Grundlagen der Prävention vermittelt sowie persönliche Ziele vereinbart. Es folgt eine sechsmonatige Intensivphase mit Onlinecoachings sowie face-to-face-Kontakten mit einem Ernährungsberater und einem weiteren Hausarzt-Gespräch.

Abschluss ist eine neunmonatige Erhaltungsphase mit drei weiteren Coaching-Terminen zur Verhaltensmodifikation sowie einem Arztgespräch auf Basis aktueller Werte von Nüchtern-BZ und HbA1c.

Prophylaxe mit Metformin möglich

Eignet sich ein Prädiabetiker nicht für die Lebensstiländerungen oder verschlechtern sich die BZ-Werte (wieder), ist alternativ auch eine Prophylaxe mit Metformin möglich (initial 500 mg täglich, eventuell bis auf 2000 mg gesteigert). Allerdings wäre dies „offlabel“, da Metformin für die Prävention nicht zugelassen ist.

Nach einer IGES-Analyse ließen sich mit der Prävention 275.000 Erkrankungen binnen 50 Jahren verhindern, bei Kosten von 689 Euro für die Intervention. „Die DAK setzt sich dafür ein, dass das Programm verbindlich für alle Kassen in der Nationalen Diabetes-Strategie festgeschrieben wird“, so der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm bei der Veranstaltung.

Lesen Sie dazu auch: Kommentar zu Nationaler Diabetes-Strategie: In Studien bewährte Strategie

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