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Krebsforschung

Das Versteckspiel der Leukämiezellen

Leukämiezellen ändern ihr Aussehen spontan. So können sie dem Angriff durch Medikamente entgehen.

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FRANKFURT / MAIN. Einige Leukämiezellen können Eigenschaften von Stammzellen erwerben und werden daher als Leukämiestammzellen bezeichnet. Im Unterschied zu anderen Leukämiearten sind bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) das Aussehen und die Identität dieser Leukämiestammzellen bis heute nicht bekannt.

Dabei könnten gerade diese Zellen die Ursache für die schlechte Prognose erwachsener ALL-Patienten sein, teilt das Uniklinikum Frankfurt mit. Denn sie seien resistent gegen die üblichen Medikamente und verblieben daher trotz Therapie im Patienten. Dies führe in vielen Fällen zu einem erneuten Ausbrechen der Erkrankung, die dann oft nicht mehr erfolgreich behandelt werden kann.

Forscher des Uniklinikums Frankfurt haben nun gezeigt, dass lymphatische Leukämiestammzellen ihr Aussehen verändern können. Damit sei eine Erklärung gefunden worden, warum diese Zellen der Therapie und der weiteren Erforschung bisher entgehen konnten, so die Uniklinik in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Studie (Leukemia 2016,online 13. Dezember).

Oberflächenproteine ändern sich spontan

Einem Team um Professor Michael Rieger, Forschungsleiter der Medizinischen Klinik II und des LOEWE-Zentrums für Zell- und Gentherapie Frankfurt, ist es gelungen, diesen wesentlichen Mechanismus zu entschlüsseln: Die Leukämiestammzellen verändern ihre Oberflächenstruktur und können so der gezielten Analyse und Therapie entkommen.

"Wir haben eine bislang unbekannte Fähigkeit der lymphatischen Leukämiezellen gefunden, einige Oberflächenproteine dynamisch hoch- und runterregulieren zu können. Damit zeigen sie ein bisher ungeahntes Ausmaß an Flexibilität. Dies konnten wir in einzelnen lebenden Zellen nachweisen und zeigen, dass dieser Prozess innerhalb weniger Stunden abläuft", wird Dr. Fabian Lang zitiert, Assistenzarzt der Medizinischen Klinik II und Erstautor der Studie.

"Wir hätten nie eine so hohe Formbarkeit der Zellen erwartet. Das erklärt die Schwierigkeit vieler Labore, einheitliche Oberflächeneigenschaften, den sogenannten Phänotyp, der Leukämiestammzellen zu beschreiben", ergänzt Bartosch Wojcik, Ko-Erstautor der Studie und Biochemiedoktorand in der Arbeitsgruppe.

Leukämiestammzellen können jetzt erforscht werden

In der Studie ist es den Forschern auch gelungen, verschiedene Gruppen von Leukämiezellen mit unterschiedlichen Stammzelleigenschaften zu isolieren und in Zellkultur zu erhalten. "Durch den Vergleich von Leukämiezellen mit und ohne Eigenschaften von Stammzellen können wir die Mechanismen aufklären, die diese Zellen zu Leukämiestammzellen machen.

Das hilft uns bei der Suche nach Ansatzpunkten, um diese therapeutisch und prognostisch wichtigen Zellen gezielt zu eliminieren", folgert Rieger. Krankheitsrückfälle der Patienten könnten damit eingedämmt und eine vollständige Heilung bewirkt werden. (eb)

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