Das älteste Soleheilbad Deutschlands setzt nun auf chinesische Medizin

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Von Klaus-Peter Voigt

Das älteste Soleheilbad Deutschlands in Schönebeck-Salzelmen geht ungewöhnliche Wege. Bislang bauen die Behandlungsmethoden vor allem auf eine Kombination mit Solebädern und Inhalationen. Im Oktober eröffnet der Solepark eine Akademie für Traditionelle Chinesische Medizin, wie Ines Grimm, die Leiterin des kommunalen Eigenbetriebs, jetzt in Schönebeck ankündigte.

In einer Testphase soll das Interesse an den in Europa noch eher seltenen Behandlungen geweckt werden. Vorerst sei geplant, zweimal im Jahr für vier Wochen die Türen der Akademie zu öffnen. "Wir hoffen, sehr schnell auch Ärzte zu finden, die sich bei uns niederlassen wollen", sagte Grimm. Der Solepark werde entsprechende Wünsche von Medizinern nach besten Kräften begleiten, um möglicherweise ständig eine ambulante und stationäre Klinik zu betreiben.

Bis es soweit ist, betreiben Spezialisten aus China und Deutschland die "Akademie auf Zeit" gemeinsam. Die Idee für das Projekt entstand durch die schon fünf Jahre dauernden Kontakte Schönebecks zur chinesischen Hafenstadt Rizhao. Am dortigen Volkskrankenhaus gibt es elf Ärzte, die die umfangreiche Ausbildung in der traditionellen chinesischen Medizin absolviert haben. Monatlich behandeln sie bis zu 2000 Patienten.

Der Calbenser Gynäkologe Uwe Markl widmet sich seit seinem Studium den asiatischen Behandlungsmethoden. Aus der anfänglichen Neugier, die Akupunktur einzusetzen, wurde weitaus mehr. Mit einem Anästhesisten des Magdeburger Uniklinikums will er sich jetzt an der Akademie beteiligen. Beide sichern zudem auch die Betreuung der Patienten ab, wenn die chinesischen Mediziner wieder abgereist sind. Ihre einschlägigen Erfahrungen und Weiterbildungen auf diesem Gebiet machen das möglich.

Kräutertherapie, Akupunktur und Schröpfen sind drei der festen Standbeine. Sie werden unter anderem bei Schmerzen, Verdauungsstörungen sowie Problemen mit dem Bewegungsapparat angewendet. "Die traditionelle chinesische Medizin setzt auf ein Zusammenwirken vieler Faktoren, um eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erreichen", erläuterte Markl. Er propagiert zudem die Entspannungsübungen von Tai Chi und Qigong und bietet seit fast zehn Jahren in Zusammenarbeit mit dem Solepark entsprechende Kurse an.

Bislang übernehmen die deutschen Krankenkassen, abgesehen von einigen Ausnahmen bei der Akupunktur, die Kosten für die traditionelle chinesische Medizin nicht. Ines Grimm versichert jedoch, daß die Akademie durchaus bezahlbar sein werde. Es gehe dem Solepark nicht um den Gewinn, sondern die dauerhafte Etablierung dieses Angebots. Man wolle deshalb möglichst die eigenen Kosten decken. Ab 1. Oktober sind Anmeldungen für die Sprechstunden möglich. (ddp.vwd)

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