"Das ist Körperverletzung in höchstem Umfang!"

NEU-ISENBURG (Smi). Das Geschäft mit Anabolika blüht auch hierzulande. Selbst Jugendliche nehmen Präparate zum Muskelaufbau, die sie zum Teil sogar von ihren Vereinstrainern erhalten, wie der Berliner Sportmediziner Dr. Willi Heepe in seiner Praxis erfahren hat.

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Heepe, medizinischer Leiter des Berlin Marathons, berichtete im "Morgenmagazin" des ZDF über entsprechende Vorkommnisse. "In den vergangenen zwei Jahren hat es mindestens sechs Fälle gegeben, in denen Mütter mit ihren Jugendlichen in meiner Praxis erschienen sind, Päckchen mit Anabolika und Hormonpräparaten auf den Tisch gelegt und gefragt haben, ob ihre Kinder die Mittel nehmen können."

Bei einer Befragung der Jugendlichen erfuhr Heepe, daß die jungen Athleten die Präparate zum Teil von ihren Trainern erhalten hatten und diese sogar selbst Injektionen verabreicht hätten. "Das ist nicht nur kriminell, sondern Körperverletzung in höchstem Umfang!", ereiferte sich der Sportmediziner. Er habe versucht, die Jugendlichen zu einer Anzeige zu bewegen, aber das sei ihm in keinem einzigen Fall gelungen. Seine Erklärung: "Denen wird physisch Gewalt angedroht, wenn sie etwas sagen."

Die Präparate, die Heepe vorgelegt wurden, stammten aus Thailand, Polen und Rußland. "In Thailand sind sie frei verkäuflich, über schwarze Kanäle werden sie dann nach Deutschland gebracht."

Der Berliner Sportmediziner ist zwar skeptisch, wenn es darum geht, "den Anabolika-Sumpf auszutrocknen", wie er sagt, "denn die Dummheit ist enorm groß". Trotzdem müsse man weiter aufklären, um gerade die Jugendlichen vor Mißbrauch zu schützen. "Man muß ihnen klar machen, welches Risiko sie eingehen", sagte Heepe im "Morgenmagazin".

Impotenz, Herzschädigungen, Akne und hormonelle Veränderungen seine die Folgen ungehemmten Anabolika-Konsums. Auch den Lehrern müsse man Informationen an die Hand geben und die Risiken immer wieder öffentlich herausstellen.

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