Direkt zum Inhaltsbereich

Projekt

Daten sammeln gegen Migräne

Veröffentlicht:

MANNHEIM. Häufig geben Migräne- Patienten an, dass ihre Attacken mit Wetterumschwüngen zu tun hätten. Wissenschaftlich nachgewiesen ist dies bislang nicht. Forscher der Hochschule Hof gehen mit dem Projekt "Migräne Radar 2.0" diesem möglichen Zusammenhang nach, teilt die Deutsche Schmerzgesellschaft anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses mit, der vom 19. bis 22. Oktober 2016 in Mannheim stattfinden wird.

Auf einer Internetplattform können Betroffene ihre Migräne-Attacken oder Anfälle von Spannungskopfschmerz melden. Anschließend werten die Forscher die Daten aus. "Von einem solchen Projekt ganz im Sinne einer modernen Bürgerwissenschaft profitieren beide Seiten", wird Professor Stefan Evers, Tagungspräsident des Kongresses und Chefarzt der Klinik für Neurologie am Krankenhaus Lindenbrunn in der Mitteilung zitiert.

Schon das Vorläuferprojekt "Migräne Radar" wurde von den Patienten sehr gut angenommen (Nervenheilkunde 10/2015; 818-824). Ermutigt von der großen Akzeptanz starteten die Wissenschaftler dann vor rund einem Jahr den "Migräne Radar 2.0", der deutlich mehr Daten abfragt und eine genauere Auswertung ermöglicht.

Mittlerweile haben auch hier schon über 3000 Patienten Informationen über ihre Migräneanfälle eingespeist. Die Meldung von Kopfschmerzattacken erfolgt nach wie vor anonym, im Gegensatz zum Vorläuferprojekt müssen die Teilnehmer sich jedoch zunächst registrieren. So können die Forscher nachvollziehen, ob Patienten nur mal "reingeschnuppert" haben, oder ob sie ihre Anfälle regelmäßig melden.

Online oder per Smartphone-App geben die Teilnehmer Art, Ort und Dauer ihrer Attacken ein. Zusätzlich geben sie Auskunft über die Begleitumstände des Anfalls sowie über Gegenmaßnahmen, die sie ergriffen haben.Aus diesen Daten erhoffen die Forscher sich neue Erkenntnisse nicht nur in Bezug auf die populäre Frage nach dem Wetter.

"Auch Hinweise auf saisonale Unterschiede, besonders anfällige Altersgruppen oder Wochentage, an denen die Migräne bevorzugt zuschlägt – die sogenannte Wochenend-Migräne – wären sehr aufschlussreich", sagt Evers. Für eine Auswertung ist es allerdings noch zu früh.

Auch für Patienten bringt die "Radar"-Plattform Vorteile: So bündelt ein individueller Online-Migränekalender alle Meldungen eines Patienten. Dieser kann wie ein Kopfschmerztagebuch genutzt werden und Aufschluss über das Muster der Anfälle und mögliche Trigger geben, heißt es weiter in der Mitteilung. Außerdem kann die Übersicht ausgedruckt und dem behandelnden Arzt vorgelegt werden. Registrierte Teilnehmer haben auch Zugriff auf die statistische Auswertung der bislang gemeldeten Daten. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter