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Dauer-Reiz durch eingewachsenen Zehennagel fördert Tumor

HEIDELBERG (hsr). Ein eingewachsener Großzehennagel ist nicht nur lästig und schmerzhaft. Die permanente Entzündung kann auch Basis für einen rezidivfreudigen, gutartigen Hauttumor, das benigne kutane zellreiche fibröse Histiozytom (BZFH) sein, das unter Umständen sogar den Knochen schädigt.

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Diese Geschwulst tritt nach Angaben von Dr. Hjalmar Kurzen prinzipiell zwar an allen Körperstellen auf, auch an Handflächen und Fußsohlen, doch bevorzugt an den Extremitäten. Im Bereich der Zehen allerdings, wie vom Dermatologen der Universitäts-Hautklinik in Heidelberg in einer Kasuistik beschrieben, sind BZFH eher eine Rarität. Die Schädigungen des darunter liegenden Knochens sind sogar erstmals publiziert (Hautarzt 5, 2003, 453).

Kurzen stellt die Krankengeschichte einer 54jährigen Patientin mit einem zwei Zentimeter großen, derben, schmerzhaften Tumor der linken Großzehe vor. Die Frau hatte bereits seit zehn Jahren eingewachsene Zehennägel. Fünf Jahre zuvor war ihr an gleicher Stelle schon einmal ein zellreiches fibröses Histiozytom entfernt worden. Das erneut gewachsene BZFH wurde zunächst teilweise entfernt.

Was danach noch von der Geschwulst übrig war, ließ sich als eine bröckelige gelblich-orange-farbene Masse exprimieren. Nach Kürettage reichte die ausgedehnte Wundhöhle bis an den Knochen. Drei Jahre später entwickelte die Patientin am medialen Nagelfalz ein weiteres Rezidiv, das dann durch Matrixektomie gänzlich entfernt wurde. Seitdem ist die Patientin beschwerdefrei.

Wie der Heidelberger Dermatologe berichtet, kommt es bei BZFH vor allem nach inkompletter Resektion häufig zu Rezidiven: Die Rate liegt bei bis zu 26 Prozent. Unklar bleibt, wie genau sie entstehen. Die häufig angegebene Assoziation mit Insektenstichen oder anderen Traumata und auch das meist in den Tumoren nachgewiesene entzündliche Infiltrat legen seiner Ansicht nach einen reaktiven Prozeß als Ursache nahe.

Die mögliche entzündliche Genese werde zudem durch den lange bestehenden Unguis incarnatus der Patientin gestützt. Ungeklärt ist nach Darstellung von Kurzen jedoch, ob es sich bei den für diesen gutartigen Tumor ungewöhnlichen knöchernen Defekten um Knocheninfiltrationen oder lediglich um "verdrängendes Wachstum eines benignen Prozesses" handelt.

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