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Umfrage

Dauerschmerzen bei jedem dritten Schulkind

Die Prävalenz chronischer Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen ist unerwartet hoch.

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DATTELN. "Etwa 37 Prozent der Kinder zwischen acht und 16 Jahren haben chronische Schmerzen im weiteren Sinne", berichten die Psychologin Julia Wager und Professor Boris Zernikow vom Deutschen Kinderschmerzzentrum in Datteln (Monatsschr Kinderheilkd 2014; 162: 12).

Gemeint sind damit wiederkehrende oder andauernde Schmerzen über mindestens drei Monate. Allerdings haben in der zitierten Studie lediglich fünf Prozent der Kinder moderate bis starke Beeinträchtigungen des Alltags durch die chronischen Schmerzen angegeben (J Pain 2008; 9: 226).

Dennoch: Rechnet man diese Daten auf die deutsche Bevölkerung hoch, haben hierzulande etwa 350.000 Kinder und Jugendliche ein chronisches Schmerzproblem bei insgesamt zunehmender Tendenz.

So war in einer finnischen Studie die Zunahme der Migräne-Häufigkeit mit Aura seit den 1970er-Jahren um das Achtfache berichtet worden (Pediatr 2006; 117: e1197).

Eine andere Arbeitsgruppe aus Finnland berichtet von einer Prävalenzzunahme abdomineller Schmerzen sowie von Schlafproblemen und Fatigue im Zusammenhang mit Kopfschmerzen bei Achtjährigen im Zeitraum 1989 bis 2005 um das 1,6- bis 2,4-Fache (J Pediatr Psychol 2012; 37: 307).

Genetische Faktoren könnten bedeutsam sein

"Chronische Schmerzen in der Kindheit erhöhen das Risiko für chronische Schmerzen im Erwachsenenalter", warnen Wager und Zernikow. So seien Rückenschmerzen im Kindesalter einer der sichersten Prädiktoren für Rückenschmerzen im Erwachsenenalter. Mädchen haben häufiger chronische Schmerzen als Jungen.

Außerdem gibt es familiäre Häufungen chronischer Schmerzen. Damit verbundene Grundüberzeugungen, Emotionen und Verhaltensweisen könnten nach Auffassung der Schmerztherapeuten dabei eine Rolle spielen: Kinder von Eltern mit chronischen Schmerzen haben vergleichsweise häufiger katastrophierende Gedanken.

Es sei anzunehmen, dass Eltern mit chronischen Schmerzen zu einem überfürsorglichen Verhalten neigen. Beobachtungslernen, aber auch genetische Faktoren könnten weiterhin bedeutsam für die familiären Häufungen sein. (ner)

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