Depressive profitieren von strukturierter Betreuung

FRANKFURT AM MAIN (run). Eine strukturierte Betreuung von depressiven Patienten durch den Hausarzt bringt eindeutig Vorteile für den Behandlungserfolg. Das ergab die erste Auswertung einer Case-Management-Studie, die beim 5. Frankfurter Gesundheitstag der KV Hessen vorgestellt worden ist.

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Immerhin etwa sechs bis zehn Prozent aller Patienten in einer Hausarztpraxis leiden an einer schweren Depression (Major Depression), viele davon chronisch, wie die Studienleiterin Dr. Monika Peitz von der Universität Frankfurt am Main, berichtete. Fragestellung der kontrollierten PRoMPT-Studie sei nun gewesen, wie sich die langfristige Betreuung dieser Patienten optimieren lässt.

In 39 zufällig ausgewählten Praxen erfolgte eine Routineversorgung der depressiven Patienten zwischen 18 und 80 Jahren. 39 weitere Praxen arbeiteten nach einem Case-Management-Programm. Dazu wurde eine Arzthelferin besonders geschult. Ihre Hauptaufgabe war dann das telefonische Monitoring der Patienten: diese wurden einmal pro Monat angerufen und nach einem festen Protokoll, unter anderem nach ihrem Befinden und Medikamentenverträglichkeiten befragt. Verwendet wurde dabei der DeMol-Fragebogen mit zwölf Fragen.

"Der behandelnde Arzt konnte dadurch bei offensichtlichen Problemen prompt reagieren, das heißt den Patienten einbestellen und zum Beispiel die Therapie umstellen", berichtete Peitz.

Nach einem Jahr wurde bei den Patienten der Schweregrad ihrer Depression erneut anhand eines Fragebogens ermittelt (PHQ-9). Ergebnis: Sowohl durch die Routineversorgung als auch durch das Case-Management hatten sich die Depressionen in einem klinisch bedeutsamen Ausmaß gebessert, durch das strukturierte Programm jedoch signifikant stärker als in der Vergleichsgruppe.

Positiven Anklang fand das Case-Management-Programm auch bei Dr. Christiane Kunz. Die niedergelassene Ärztin aus Frankfurt am Main hatte an der Studie teilgenommen und eine Helferin zur Case-Managerin schulen lassen. "Wir konnten dabei zum einen das ohnehin meist gute Vertrauensverhältnis der Helferin zu den Patienten nutzen und auch die Zusammenarbeit mit mir als Ärztin wurde verbessert", berichtete sie auf der Veranstaltung.

Viele Patienten hätten sich regelrecht auf die Anrufe gefreut. Durch die aktive Kontaktierung seien sie nicht einfach von der Praxisbildfläche verschwunden. Sie konnten zum Beispiel an die wichtige regelmäßige Einnahme von Medikamenten erinnert werden.

Weitere Informationen zur Studie unter www.prompt-projekt.de



STICHWORT

PRoMPT-Studie

Der Name der deutschen Studie steht für PRimary care Monitoring for depressive Patients Trial. An der randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie nahmen 78 Hausarztpraxen und 624 Patienten mit Major Depression teil. Verglichen wurden zwei Behandlungsformen: ein Case-Management und eine übliche Routineversorgung. Zielgrößen waren dabei unter anderem der Schweregrad der Depressivität, die Lebensqualität und die Patientenzufriedenheit.

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