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Der Grenzwert von 140 zu 90 mmHg gilt auch für Patienten nach einem Schlaganfall

Patienten mit arterieller Hypertonie profitieren auch im hohen Alter von einer Normalisierung des Blutdrucks. Auch nach Schlaganfall oder bei einer Carotis-Stenose ist das Konzept des "Bedarfshochdrucks" heute überholt.

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Von Philipp Grätzel von Grätz

Auf die Bedeutung der Blutdrucksenkung im Alter haben Internisten und Neurologen bei einer Veranstaltung im Vorfeld des Internistenkongresses (DGIM 2009) vom 18. bis 22. April in Wiesbaden hingewiesen. Die Themen Hypertonie, Altersmedizin und Schlaganfall gehören zu den Schwerpunkten des Kongresses in diesem Jahr.

"Wir wissen heute, dass jeder Patient mit einem Blutdruck über 140/90 mmHg ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hat, völlig unabhängig vom Lebensalter", betonte DGIM-Vorsitzender und Kongresspräsident Professor Rainer Kolloch. In erster Linie bezog er sich dabei auf die im vergangenen Jahr im "New England Journal of Medicine" publizierte HYVET-Studie, an der 3845 Hypertoniker im Alter von mehr als 80 Jahren teilgenommen hatten.

Blutdruck o.k.? Das ist nach den Ergebnissen einer Studie auch bei alten Menschen wichtig.

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© Foto: Bilderbox@fotolia.de

Die Patienten in dieser Studie erhielten für im Mittel 1,8 Jahre entweder eine blutdrucksenkende Therapie aus Indapamid und Perindopril oder aber Placebo. Der Blutdruck lag zu Beginn der Studie bei 173/91 mmHg. Die Behandlung senkte den Druck im Mittel um 15/6 mmHg. Das wirkte: Die Gesamtsterberate war bei Verumtherapie um gut ein Fünftel niedriger als bei Placebotherapie, was dazu geführt hatte, dass die Studie vorzeitig abgebrochen wurde.

Kolloch machte darauf aufmerksam, dass sich die Vorteile der Verumtherapie in der HYVET-Studie nicht nur in einer niedrigeren Gesamtsterberate niederschlugen, sondern auch bei praktisch allen einzelnen kardiovaskulären Endpunkten. "Das Risiko, einen Schlaganfall zu entwickeln, war zum Beispiel um 30 Prozent geringer, wenn der Blutdruck gesenkt wurde. Und bei der Herzinsuffizienz war es sogar um 64 Prozent geringer."

Sowohl Kolloch als auch der 2. Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, Professor Martin Grond, betonten, dass es bei der Blutdrucknormalisierung im Alter keine neurologisch begründeten Einschränkungen gebe. Das Konzept des "Bedarfshochdrucks", wonach das Gehirn älterer Menschen und namentlich von Menschen nach Schlaganfall einen höheren Blutdruck brauche, sei obsolet.

Der Grenzwert von 140/90 mmHg gelte grundsätzlich auch dann, wenn die Patienten einen Schlaganfall hinter sich hätten, so die Experten unisono. "Selbst bei einer Stenose der Arteria carotis interna haben Hypertonie-Patienten mit einem Blutdruck von unter 140/90 mmHg die bessere Prognose", so Kolloch in Berlin.

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