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Rheuma

Deutlich weniger Gelenk-Operationen

Rheumatologische Orthopäden fordern, konservative Therapie zu stärken.

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MANNHEIM/HEIDELBERG. Patienten mit entzündlichem Rheuma müssen sich seltener einer Gelenkoperation unterziehen als noch vor zehn Jahren. Vor allem die Zahl präventiver Eingriffe wie die Synovialektomie geht zurück.

Einige Experten erwarten auch eine Abnahme des künstlichen Gelenkersatzes bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA).

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) fordert daher, nicht-operative Behandlungsalternativen bei Rheuma in der Ausbildung von Orthopäden und Unfallchirurgen stärker zu berücksichtigen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) zu ihrem Kongress in Mannheim mit.

Krankheit verläuft weniger aggressiv

Vor etwa zehn Jahren hätten sich noch bis zu 60 Prozent der Menschen mit entzündlichem Rheuma einer Gelenk-Op unterziehen müssen. "Heute verlaufen rheumatische Entzündungen der Gelenke weniger aggressiv, so dass wir die Betroffenen deutlich seltener operieren müssen", wird Dr. Harald Dinges, Kongresspräsident der DGORh vom Westpfalz-Klinikum, Kusel, zitiert.

Denn moderne Therapien wie Biologika, aber auch die frühe Anwendung klassischer Basistherapeutika verbesserten den Krankheitsverlauf entscheidend.

Der Einsatz künstlicher Gelenke sei dementgegen nahezu stabil geblieben, so die DGRh. In Deutschland bekämen jährlich etwa 25000 Menschen mit RA eine Endoprothese.

"Vor allem bei ihnen kann es aufgrund des geschwächten Immunsystems bei einer Gelenkersatz-Operation zu Wundheilungsstörungen und Infektionen kommen", weiß Professor Stefan Rehart, Präsident der DGORh vom Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt am Main.

In Zukunft weniger Endoprothesen?

Um diese Komplikationen zu verhindern, sammelt das DGORh-Register in einer groß angelegten Studie über die nächsten fünf Jahre Daten zur optimalen Medikamentengabe vor, während und nach einer Op.

Mittelfristig sei damit zu rechnen, dass auch der Einsatz von Endoprothesen zurückgeht, prognostiziert Professor Wolfgang Rüther vom Klinikum Bad Bramstedt und der Uniklinik Hamburg Eppendorf, Vorsitzender der Kommission ‚Rheumaakademie‘ der DGORh.

Es sei daher wichtig, dass Orthopäden und Unfallchirurgen umdenken: "Wir müssen neben dem bisher vorrangig operativen Schwerpunkt den konservativen sehr viel deutlicher betonen", werden die DGORh-Experten zitiert. (eb)

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