Direkt zum Inhaltsbereich

Deutliche Erfolge in der Therapie bei Darmkrebs

BERLIN (ugr). Patienten mit Kolonkarzinom profitieren von drastischen Fortschritten in der Therapie. So ist die mittlere Überlebenszeit heute deutlich länger und die Wahrscheinlichkeit einer Heilung deutlich höher als noch vor wenigen Jahren.

Veröffentlicht:

Das kolorektale Karzinom ist zu einem Modelltumor für die Entwicklung molekularer und systemischer Therapien geworden. Darüber hat Professor Hans-Joachim Schmoll von der Uniklinik Halle bei einer Pressekonferenz während des Krebskongresses in Berlin berichtet.

Dieses Vorgehen hatte Erfolg: Die mittlere Überlebenszeit hat sich Studien zufolge innerhalb weniger Jahre verdreifacht, und zwar auf mittlerweile 30 bis 32 Monate. Auch die Heilungswahrscheinlichkeit sei auf 20 bis 30 Prozent gestiegen, so der Onkologe. Das gelte zumindest für die Patienten, bei denen sich die Metastasen auf Leber und Lunge beschränken.

Bei dieser Gruppe werde zunächst eine kombinierte Chemotherapie - etwa mit Hemmstoffen der Zellwachstumsfaktoren EGF oder VEGF - vorgenommen, danach eine Metastasenresektion. Studien zufolge betragen die Remissionsraten beim fortgeschrittenen refraktären Kolonkarzinom 50 bis 70 Prozent.

Allerdings seien die Behandlungskosten hoch, sagte Schmoll. Eine Chemotherapie allein kostet 500 bis 1000 Euro. Wird sie mit zielgerichteten Antikörpern kombiniert, kostet sie pro Patient und Monat etwa 4000 bis 5000 Euro. Deshalb konzentriert man sich mit der Antikörper-Therapie auf jene Patienten, die am stärksten davon profitieren.

Behandlungskosten sparen lassen sich mit der Früherkennung. 1,1 Millionen Männer und Frauen haben seit Ende 2002 das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen zur Darmspiegelung ab 55 wahrgenommen, wie Professor Wolff Schmiegel von der Uniklinik Bochum berichtet hat.

Bei 0,6 Prozent der Untersuchten habe man einen Tumor festgestellt, mehr als zwei Drittel davon in einem sehr frühen Stadium, so daß die Patienten erfolgreich behandelt werden konnten. Schmiegels Fazit: "Mit der Vorsorge haben wir vermutlich bereits 3000 Todesfälle verhindert."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kleine konkrete Schritte

So lassen sich Patienten zu mehr Therapieadhärenz motivieren

Lesetipps
KI erleichtert Hackern Angriffe ernorm. Praxen sollten zumindest einmal überlegen, ob sie sich gegen solche Störungen absichern wollen, etwa mit Blick auf den Betriebsstillstand.

© Klaus Ohlenschläger / picture alliance

Für wenige Hundert Euro im Jahr

Warum Ärzte über eine Cyberversicherung nachdenken sollten

An Asian senior man’s hand relax on the bed side while sleeping

© Reagan Liew Zhi Sin / Getty Images / iStock

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt