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Deutsche Herzchirurgen sind an der Spitze

Herzchirurgen stehen in Deutschland sehr gut da. Jeder zweite ihrer Patienten ist über 70. Die Prognose der alten Patienten ist sehr gut.

Von Susanne Heinzl Veröffentlicht:
Arbeit im Katheterlabor - in Deutschland werden jährlich etwa 122 000 herzchirurgische Eingriffe gemacht.

Arbeit im Katheterlabor - in Deutschland werden jährlich etwa 122 000 herzchirurgische Eingriffe gemacht.

© Foto: dpa

In vielen Bereichen der Herzchirurgie, zum Beispiel bei den Mitralklappen-Rekonstruktionen, stehen deutsche Herzchirurgen im internationalen Vergleich sehr gut da, wie Professor Friedhelm Beyersdorf aus Freiburg bei der 38. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in Stuttgart berichtet hat. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 122 000 herzchirurgische Eingriffe gemacht. Rund 50 Prozent finden bei Patienten im Alter über 70 Jahren statt: "Die Angst älterer Patienten vor herzchirurgischen Eingriffen ist heute nicht mehr angebracht", so Beyersdorf.

Postoperative Sterberate ist sehr gering

Die Sterberate sei in dieser Altersgruppe extrem niedrig. Rückläufig sei die Zahl der koronarchirurgischen Eingriffe. Obwohl heute vor allem ältere und kränkere Patienten operiert würden, sei die Sterberate mit etwa zwei Prozent bemerkenswert gering.

In der Chirurgie angeborener Herzfehler seien in den vergangenen 15 Jahren enorme Fortschritte erzielt worden. Heute sei man in der Lage, sehr komplexe Herzfehler erfolgreich zu operieren, so dass es immer mehr Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern gebe. Nahezu verdoppelt hätten sich aufgrund der zunehmend älter werdenden Bevölkerung in den letzten 15 Jahren Eingriffe zum isolierten Aortenklappenersatz, die Sterberate bei diesem Eingriff liege mit 3,3 Prozent ebenfalls sehr niedrig, sagte der Freiburger Herzchirurg.

Rückläufig sei leider die Zahl der Herztransplantationen pro Jahr, was an einem eklatanten Mangel an Spenderorganen liege. Jedes Jahr würden etwa 370 Herzen transplantiert. Auch hier ist nach Aussage von Beyersdorf die perioperative Letalität mit 7 bis 8 Prozent sehr gering.

Die erste erfolgreiche Katheter-gestützte Aortenklappen-Implantation bei einem Patienten wurde im Jahr 2002 gemacht, mittlerweile sind weltweit etwa 5000 Patienten mit einem Katheter-gestützten Verfahren behandelt, wie Professor Rüdiger Lange aus München erläuterte. Etwa 30 Prozent der Patienten, die eine neue Herzklappe benötigen, konnten sie bisher nicht erhalten, weil das Op- Risiko für einen konventionellen chirurgischen Eingriff aus unterschiedlichen Gründen zu hoch war. Diesen Patienten könne jetzt mit der Katheter-gestützten Aortenklappen-Implantation eine Therapie angeboten werden, so der Münchner Herzchirurg. Hierbei wird die Herzklappe entweder über ein Gefäß oder über die Herzspitze mit einem speziellen Kathetersystem unter ständiger Ultraschall- und Röntgenkontrolle eingesetzt.

Lange empfahl, derartige Eingriffe nur unter Leitung eines Chirurgen in einem Hybrid-OP - einer Synthese aus kardiochirurgischem OP und einem vollwertigen Herz-Katheterlabor - vorzunehmen. Derzeit seien zwei Systeme erhältlich, nämlich eine Herzklappe aus Rinderherzbeutel, die zusammengefaltet in ein Stahlgerüst montiert ist, das dann im Herz mit einem Ballon aufgedehnt wird (Edwards-Sapien-Klappe), sowie eine Herzklappe aus Schweineherzbeutel die in einem Stent montiert ist und sich selbst im Herzen entfaltet (CoreValve).

Langzeitergebnisse fehlen noch

Die Überlebensraten im ersten Monat nach Implantation lägen, so Lange, zwischen 77 und 92 Prozent, nach einem halben Jahr zwischen 59 und 77 Prozent. Langzeitergebnisse gebe es noch nicht. Das Verfahren sei allerdings noch sehr teuer und nur für sehr schwer Erkrankte anwendbar.

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