Direkt zum Inhaltsbereich

Krebsforschung

Deutsche spenden Rekordsumme

Rund 500.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Krebs. Jeder zweite könne geheilt werden, heißt es bei der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Deutsche spenden Rekordsumme

© Bizroug / fotolia.com

BERLIN. Die Deutsche Krebshilfe blickt auf ein Rekordjahr zurück. Mit knapp 109 Millionen Euro haben die Spenden im Jahr 2015 den höchsten Wert seit der Gründung vor 42 Jahren erreicht. Auf der Ausgabenseite hat sich die Stiftung mit mehr als 36 Millionen Euro als bedeutendster privater Drittmittelgeber im Hochschulbereich etabliert. "Die wissenschaftliche Landschaft sähe anders aus ohne die Krebshilfe", sagte Vorstandsmitglied Dr. Franz Kohlhuber bei der Vorstellung des Jahresberichts 2015 am Mittwoch in Berlin.

Ein Förderschwerpunkt ist die Entwicklung von innovativen onkologischen Therapien. So hat ein Projekt an der Universität Stuttgart 328.000 Euro erhalten, in dem zwei Forscherinnen einem zellulären Signalweg bei einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs (TNBC) auf die Spur kommen wollen. Sie suchen nach neuen Wirkstoffen, um diesen Signalweg zu unterdrücken, der für ein rasches Ausbreiten des Krebses verantwortlich ist.

An Hautkrebs erkranken jährlich rund 30.000 Menschen in Deutschland. Forscher der Universität Regensburg suchen ein Medikament, das gezielt die Ansiedlung von gestreuten Zellen eines malignen Melanoms verhindern soll. Die Krebshilfe unterstützte das Vorhaben im Jahr 2015 mit 383.000 Euro.

Insgesamt hat die Krebshilfe im Berichtsjahr 128 neue Projekte in der Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Versorgungsforschung aufgelegt. Mit 6,6 Millionen Euro unterstütze sie die Krebs-Selbsthilfe. Dieser Betrag hat sich im Vergleich zu 2014 nahezu verdoppelt.

Die Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland ist ungebrochen. 356.000 Einzelspender trugen zum Rekordergebnis 2015 bei. Fast 13 Millionen Euro mehr als 2014 hatte die Krebshilfe 2015 zur Verfügung. Auffällig ist der Aufwuchs der Summe aus Erbschaften. 61,7 Millionen Euro wurden der Krebshilfe hinterlassen, 15 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor. Viele Erbschaften würden auf Wunsch der Erblasser direkt an bestimmte Forschungsprojekte gebunden, berichtete Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Politisch sei die Krebshilfe bei zwei Projekten besonders beteiligt gewesen. So habe das Gesundheitsministerium bei der Formulierung des Hospiz- und Palliativgesetzes stark auf die Expertise der Krebshilfe gesetzt. Die Deutsche Krebshilfem, damals noch ein Verein, hat 1983 in Köln die erste Palliativstation in Deutschland überhaupt gefördert und finanziert.

Auch beim Präventionsgesetz habe die Krebshilfe mitgewirkt, berichtete Nettekoven. Jede zweite Krebserkrankung sei lebensstilbedingt. Das Risiko für Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Endometriumkrebs könne durch 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche um mehr als ein Fünftel gesenkt werden, sagte Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule Köln. Gut belegt sei dies unter anderem durch die 1700 Krebssportgruppen in Deutschland, ein Angebot, das weltweit einmalig sei.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hausärztin gibt Tipps

Darauf ist in der Kommunikation mit Skabies-Patienten zu achten

Krafttraining bis zur Erschöpfung

„Adonis-Komplex“: Was Ärzte beim Verdacht auf Muskeldysmorphie tun können

Lesetipps
Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht