Projekt EMIRA

Deutsches Mittel vernichtet Malaria-Larven in Afrika

Eine am Oberrhein bewährte Methode zur Mückenbekämpfung kann in Afrika helfen, die Malaria einzudämmen. Besonderheiten: Sie ist leicht zu handhaben und ungefährlich für Pflanzen und andere Tiere.

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HEIDELBERG. Seit 2013 haben Wissenschaftler der Uniklinik Heidelberg im Rahmen des Projekts "Ecologic Malaria Reduction for Africa" (EMIRA) ein biologisches Mittel zur Mückenbekämpfung im Nordwesten von Burkina Faso eingesetzt.

Dieses tötet Mückenlarven in Brutgewässern ab und verhindert die Ausbreitung der Überträgermücken, teilt die Uniklinik mit. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung hat das Projekt mit 450.000 Euro gefördert.

"Der Transfer der Stechmückenbekämpfung vom Oberrhein nach Burkina Faso ist hervorragend geglückt", wird Projektleiter Professor Rainer Sauerborn, Institut für Public Health am Universitätsklinikum Heidelberg, in der Mitteilung zitiert. "Die Anzahl der Stechmücken in den Dörfern ging deutlich zurück."

Neues Mittel ist leicht in der Handhabung

Das Larvenvernichtungsmittel Bti, ein Eiweiß aus dem Bodenbakterium "Bacillus thuringiensis israelensis" wird am Oberrhein bereits seit mehr als 30 Jahren erfolgreich eingesetzt, heißt es in der Mitteilung. Das Mittel ist leicht zu handhaben – wichtig für den Einsatz in Afrika.

Das Larvizid in Pulverform wird in Wasser gelöst und von den Uferbereichen in die Gewässer gespritzt. "Die Methode ist sicher, sie wirkt zuverlässig nur gegen Mückenlarven und ist unbedenklich für Menschen, andere Tiere oder Pflanzen", betont Professor Norbert Becker, Wissenschaftlicher Direktor der KABS.

Die Anzahl der Übertragungsmücken in den Dörfern haben die Wissenschaftler mithilfe von Lichtfallen gemessen. Die Geräte locken Mücken aus einem relativ kleinen Umkreis an und setzen diese in einem Netzzylinder fest. "Im Labor werden die Mücken gezählt und Art und Geschlecht bestimmt", erklärt Sauerborn.

Nur die Mückengattung "Anopheles" und hiervon wiederum nur die weiblichen Tiere übertragen Malaria. Sauerborn: "Die Anzahl der weiblichen Anopheles ist ein guter Indikator für das Übertragungsrisiko. Weniger Tiere bedeuten ein geringeres Infektionsrisiko".

Brutplätze mit Satellitenbildern aufgespürt

Da eine flächendeckende Behandlung aller stehenden Gewässer und Tümpel in ländlichen Regionen zu teuer für die sehr armen westafrikanischen Länder wäre, haben die Wissenschaftler eine neue selektive Anwendung erprobt.

Ein Team des Instituts für Public Health entwickelte zusammen mit Spezialisten für Fernerkundungen des französischen Raumforschungszentrums Centre des Etudes Spatiales (CNES) ein Verfahren, um anhand von Satellitenbildern die von Moskitos bevorzugten Brutstätten ausfindig zu machen. So stellen die Malaria-Mücken bestimmte Ansprüche an Ufervegetation, Lage und Wassertiefe.

Anhand dieser Risikokarten wurden die Gewässer gezielt mit dem biologischen Larvenvernichter behandelt. "Die selektive Anwendung des Larvengifts ist ein Novum in der Malariabekämpfung", so Sauerborn. Im Modelldistrikt wurde gezeigt, dass die Methode die Malaria-Mücken effektiv bekämpft.

"Damit wird die Behandlung mit weniger als einem Dollar pro Einwohner und Jahr relativ günstig und auch für Länder wie Burkina Faso erschwinglich", sagte Markus Lautenschläger, Geschäftsführer der Manfred Lauten-schläger-Stiftung. "Wir hoffen, dass wir mit dem Projekt einen weiteren Stein im Kampf gegen Malaria ins Rollen gebracht haben." (eb)

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