Prävention

Diabetologen rufen zu mehr Bewegung auf

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Nicht jeder ist so aktiv. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen bewegt sich nach RKI-Daten weniger als 2,5 Stunden pro Woche.

Nicht jeder ist so aktiv. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen bewegt sich nach RKI-Daten weniger als 2,5 Stunden pro Woche.

© Halfpoint / stock.adobe.com

BERLIN / WIESBADEN. Die WHO empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen.

Daran erinnert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) aus Anlass ihrer Herbsttagung und der Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG).

Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreichten nur etwa ein Fünftel der Frauen und ein Viertel der Männer in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen bewege sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche.

„Wer präventiv etwas für seine Gesundheit tun möchte, sollte täglich 10.000 Schritte absolvieren. Das entspricht etwa 100 Minuten zügigem Gehen pro Tag“, rät Professor Christine Graf von der Deutschen Sporthochschule Köln in der DDG-Mitteilung.

Zusätzlich seien circa 150 Minuten moderater körperliche Aktivität in Form etwa von Radfahren oder Schwimmen pro Woche notwendig, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Körperliche Aktivität hilft auch, Blutzuckerwerte zu verbessern

Diese Empfehlungen gelten auch für Menschen mit Diabetes. Regelmäßige körperliche Aktivität trage bei Typ-2-Diabetikern dazu bei, die Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte zu verbessern.

„Bei Menschen mit Prädiabetes halbiert sich das Risiko, tatsächlich zu erkranken, wenn sie regelmäßig Sport treiben und sich gesund und ausgewogen ernähren“, so Graf. Dieser Effekt sei unabhängig vom Gewicht, sondern hänge vielmehr von der Steigerung der körperlichen Fitness ab.

„Die körperliche Fitness ist einer der wichtigsten Parameter für den Gesunderhalt, eine geringere Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate“,wird Graf zitiert. Gerade Neu- und Wiedereinsteiger erreichen zu Beginn des Trainings eine hohe Leistungssteigerung, von der ihre Gesundheit enorm profitiert.

Wie viel Sport der Einzelne treiben sollte, hängt unter anderem von der Intensität der Aktivität ab.

„Wer moderate körperliche Aktivitäten wie Radfahren, bei denen man leicht schwitzt und etwas aus der Puste gerät, ausübt, sollte mindestens 2,5 Stunden Bewegungszeit pro Woche einplanen“, sagt Graf. Sie empfiehlt Trainingseinheiten von 30 Minuten an mindestens fünf Tagen in der Woche.

„Sport in höheren Intensitäten wie Tennis oder Dauerlauf erfordern wiederum geringere Umfänge von 75 Minuten pro Woche, also Trainingseinheiten von einer halben Stunde an mindestens drei Tagen in der Woche.“

Wer abnehmen will, sollte 13.000 Schritte pro Tag anstreben

Um tatsächlich Gewicht zu verlieren, sollte man 13.000 Schritte pro Tag anstreben und mindestens fünf Stunden pro Woche moderat aktiv sein.

„Allerdings fehlt vielen Menschen unter der Woche die Zeit für ausreichend Bewegung. Deshalb wäre es eine erste Maßnahme, den Weg zur Arbeit und zurück aktiv zu gestalten“, wird Professor Martin Wabitsch, Tagungspräsident der DAG, zitiert.

Außerdem gilt: Wenig Sport ist besser als gar kein Sport. „Wer am Wochenende nachholt, was in den fünf Tagen zuvor versäumt wurde, kann seine Leistung zwar nicht langfristig steigern, tut aber trotzdem effektiv etwas für seine Gesundheit“, so Wabitsch.

Laut einer Studie der Loughborough University in Großbritannien, bei der Daten von circa 64.000 Erwachsenen analysiert wurden, senken die sogenannten „Weekend Warriors“ ihr allgemeines Sterberisiko im Vergleich zu Personen, die gänzlich auf Sport verzichten, um immerhin 30 Prozent.

Auch das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ist um 40 Prozent niedriger als bei Menschen, die sich nicht körperlich betätigen. Damit ist das Sportprogramm am Wochenende vergleichsweise effektiv, birgt jedoch auch Gefahren.

„Da es sich um ein sehr intensives Training handelt, ist das Risiko für Verletzungen und Überlastungen größer“, warnt Graf. „Wir empfehlen dieses Vorgehen daher eher trainierten und jüngeren Menschen – zumindest sollte eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung erfolgen.“(eb)

Die gemeinsame DDG Herbsttagung und DAG Jahrestagung findet vom 9. bis 10. November in Wiesbaden statt. Infos: www.herbsttagung-ddg.de

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