Herzschwäche

"Diastolische" Herzinsuffizienz: Therapie auf schwachen Füßen

Bei fast jedem zweiten Patienten mit Herzinsuffizienz ist die systolische Ventrikelfunktion normal. Viel lässt sich mit den bisher untersuchten Therapien bei dieser großen Gruppe nicht erreichen.

Veröffentlicht: 19.04.2011, 05:00 Uhr
Belastung auf dem Laufband - nur hier zeigten die Therapien Wirkung.

Belastung auf dem Laufband - nur hier zeigten die Therapien Wirkung.

© Monkey Business

BRISBANE (ob). Bei vielen Patienten mit den typischen Symptomen einer Herzinsuffizienz ist die linksventrikuläre Auswurffraktion als Maß für die systolische linksventrikuläre Funktion normal. Häufig wird dann von einer "diastolischen Herzinsuffizienz" oder einer "Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer Funktion" gesprochen. Allerdings ist der Nachweis einer diastolischen Dysfunktion an festgelegte - vor allem echokardiografisch zu dokumentierende - Kriterien gebunden.

Keine evidenzbasierte Standardherapie vorhanden

Eine evidenzbasierte spezifische Standardtherapie für diese Patienten gibt es nicht. Noch immer sind die Therapiemöglichkeiten bei dieser großen Patientengruppe sehr begrenzt, wie eine aktuelle Metaanalyse einmal mehr bestätigt.

Um sich ein Bild von den Wirkungen der bisher untersuchten Pharmakotherapien bei "diastolischer" Herzinsuffizienz zu machen, hat eine Arbeitsgruppe um Dr. David J. Holland aus Brisbane die Daten von 30 Studien mit 53 878 Patienten in eine Metaanalyse einfließen lassen (J Am Coll Cardiol 2011; 57: 1676). Darunter waren 18 randomisierte kontrollierte Studien (n = 11253) und zwölf Beobachtungsstudien (n = 42 625). In diesen Studien sind die geprüften Wirkstoffe mit Diuretika oder Placebo verglichen worden.

Geprüfte Therapien ohne Effekt auf die Mortalität

Auch die Metaanalyse dokumentiert nur sehr bescheidene Therapieerfolge. Für keine untersuchte einzelne Wirkstoffklasse wie ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Betablocker, Vasodilatatoren) oder Kombinationen konnte im mittleren Beobachtungszeitraum von knapp 19 Monaten ein günstiger Einfluss auf die Gesamtsterberate (primärer Endpunkt) nachgewiesen werden.

Ebenso wenig gab es in den kontrollierten Studien Anzeichen für eine Verbesserung der diastolischen linksventrikulären Funktion durch die geprüften Therapien.

Einzig greifbarer Erfolg: In sechs kontrollierten Studien, in denen der Effekt von Kombinationstherapien auf die Belastungskapazität im Blickpunkt stand, wurde eine signifikante Verlängerung der Belastungsdauer bei Behandlung mit Vasodilatatoren oder chronotrop wirksamen Substanzen wie Verapamil oder Betablocker beobachtet.

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