Die Reisediarrhoe erwischt die meisten Fernreisenden

Veröffentlicht:

Die Reisediarrhoe erwischt zwei von drei Touristen während eines zweiwöchigen Urlaubs in den Tropen und Subtropen, hat eine große internationale Studie ergeben. Doch meist verläuft die Reisediarrhoe milde. Nur etwa ein Prozent der Patienten müssen ins Krankenhaus, und etwa 20 Prozent sind bettlägerig.

Zur Prophylaxe wird Touristen gerne der bekannte Spruch "peel it, boil it, cook it, or forget it" - "schäl es, koch es, brat es oder vergiß es" mit auf die Reise gegeben. Doch die große Studie hat gezeigt, daß auch die wenigen Touristen, die sich streng an diese Regel halten, Diarrhoe bekommen können.

"Essen Sie nur, was gut aussieht und gut riecht!"

Dennoch sollte man jedem Tropenreisenden eine gute Hygiene ans Herz legen, schließlich kann man sich über kontaminierte Speisen oder Getränke auch Erreger anderer, schwerer Krankheiten zuziehen. Praktikabler ist aber eine modifizierte Regel: "Essen Sie nur, was gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt!"

Bei einer unkomplizierten Reisediarrhoe reicht eine unspezifische symptomatische Therapie aus. Warnsymptome, die auf einen komplizierten Verlauf hinweisen, sollte man Reisenden erklären: Dazu gehören profuse Diarrhoen und/oder massives Erbrechen, Blut im Stuhl, hohes oder anhaltendes Fieber und ausgeprägte Allgemeinsymptome wie starke Dehydratation.

Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ansonsten reicht bei der unkomplizierten Reisediarrhoe oft der Ausgleich des Mineral- und Flüssigkeitsverlustes: Die Kranken sollten viel trinken und Salz zu sich nehmen. Bei hohem Elektrolytverlust sind Fertigpräparate sinnvoll, vor allem bei Kindern. Ist keines zur Hand, sollte man ein Getränk nach der WHO-Regel zubereiten: acht Teelöffel Zucker und ein gestrichener Teelöffel Kochsalz auf einen Liter abgekochtes Wasser oder Orangensaft.

Zur symptomatischen Therapie sind etwa Saccharomyces-Mittel geeignet. Ist schnelle Hilfe nötig, sollte zu Motilitätshemmern, etwa Loperamid-Präparaten, gegriffen werden. Diese Substanzen können aber eine Enteroinvasivität und Darmatonie begünstigen. Deshalb sollte Loperamid nicht länger als 48 Stunden genommen oder mit einem Chinolon kombiniert werden. Die Indikation zur ungezielten Initialtherapie mit Antibiotika ist umstritten. (ug)

Mehr zum Thema
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann