Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Diabetes

Diese drei Selbstkontrollen sind ein Muss

Diabetes-Patienten müssen mit drei Arten der Selbstkontrolle vertraut sein. Welche das sind, schildert Experte Hellmut Mehnert in seiner Kolumne.

Von Prof. Hellmut Mehnert Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Diabetes-Patienten müssen mit drei Arten der Selbstkontrolle vertraut sein: Körpergewicht kontrollieren, Füße inspizieren und Blutzucker selbst messen. Mit den Befunden lassen sich Therapien optimieren sowie Komplikationen und Langzeitschäden vermeiden.

Prof. Hellmut Mehnert

Diese drei Selbstkontrollen sind ein Muss

© sbra

Arbeitsschwerpunkte: Diabetologie, Ernährungs- und Stoffwechselleiden: Diesen Themen widmet sich Prof. Hellmut Mehnert seit über 50 Jahren.

Erfahrungen: 1967 hat er die weltweit größte Diabetes-Früherfassungsaktion gemacht sowie das erste und größte Schulungszentrum für Diabetiker in Deutschland gegründet.

Ehrung: Er ist Träger der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Ärzteschaft.

Die regelmäßige Gewichts-Kontrolle wird dabei oft unterschätzt. Etwa 85 Prozent der Typ-2- und 50 Prozent der Typ-1-Diabetiker sind übergewichtig oder adipös. Ein Diabetiker sollte sich täglich wiegen (am besten morgens) und das Ergebnis dokumentieren.

In der Praxis sollte darüber hinaus der Bauchumfang mit einem Maßband bestimmt werden (viszerale oder Hüftfettsucht?). Mit dem Patienten sollte besprochen werden, ob Therapie und Lebensstil eine Gewichtsnormalisierung ermöglichen.

Entscheidend ist auch die regelmäßige Kontrolle der Füße. Die Patienten müssen dabei auch die Fußsohlen mit einem Spiegel inspizieren. Ihnen muss ein eingeschärft werden, dass sie bei Verletzungen, Schrunden, Wunden oder Blasen unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Rat zu professioneller Fußpflege

Alle Diabetiker müssen zudem die Maßnahmen zur Prävention eines diabetischen Fußsyndroms (DFS) kennen. Insbesondere gilt es, keine engen Schuhe zu tragen. Neue Schuhe sollten nachmittags anprobiert werden, wenn die Füße eher etwas geschwollen sind.

Patienten sollten keine rauen Strümpfe tragen, die Füße täglich mit lauwarmem Wasser waschen und scharfe Bürsten vermeiden. Wichtig ist auch Vorsicht beim Schneiden der Fußnägel (möglichst viel Feilen!). Zu empfehlen ist auch eine professionelle Fußpflege bei einer Fachkraft.

Die Blutzucker-Selbstkontrolle ist grundsätzlich für alle Typ-1- und Typ-2-Diabetiker mit Insulintherapie wichtig. Aber auch Typ-2-Diabetiker ohne Insulinbehandlung sollten gelegentlich ihren Blutzucker messen, auch wenn dies womöglich zu Problemen mit den Krankenkassen führt.

Ärzte sollten daher die Notwendigkeit begründen, etwa bei Gefahr von Spätschäden oder bei Hypoglykämie-Risiko. Die Blutzuckerselbstmessung hilft, Hypo- und Hyperglykämien zu vermeiden.

Anhand von ermittelten Trends beim Blutzucker können Patienten zudem ihren Lebensstil optimieren. Besonders bedeutsam ist auch hier die Dokumentation der Messwerte, um mit dem Arzt das weitere Vorgehen zu besprechen.

Viele technische Fortschritte

Es gibt hunderte verschiedener Blutzuckermessgeräte. Einige Systeme bieten zusätzliche Funktionen an, wie zum Beispiel das Accu-Chek-Aviva-System mit Blutzuckermessgerät, passender Smartphone-App mit Bolusrechner und Online-Plattform (Accu-Chek-Connect).

 Patienten können damit sogar Smartphone-Fotos ihrer Mahlzeiten im elektronischen Tagebuch speichern. Mit den Bildern können Ärzte abschätzen, ob Patienten Kohlenhydrate und die daraus resultierenden Insulin-Bolusgaben korrekt ermittelt haben.

Positive Erfahrungen machen Typ-1-Diabetiker auch mit der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM). Damit lassen sich vor allem auch Hypoglykämien vermeiden. Die CGM-Geräte geben einen Warnton ab, wenn sich eine Unterzuckerung anbahnt. Besonders bei kleinen Kindern und nachts ist eine solche Kontrolle von großem Nutzen.

Eine abgespeckte Version zur kontinuierlichen Messung ist das Flash-Glukosemesssystem FreeStyle® Libre. Hiermit wird Patienten besonders das ständige Stechen in den Finger erspart. Ein Sensor, der am Oberarm unter einem Wasser-abstoßenden Pflaster getragen wird, misst den Blutzucker bis zu zwei Wochen lang.

Die Glukose wird in Minutenintervallen in der Gewebsflüssigkeit gemessen und die Werte werden gespeichert. Sie können dann mit einem Scanner ausgelesen werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Diabetes mellitus

Zusatznutzten für Teplizumab nicht quantifizierbar

Diabetische Retinopathie

Auch seltene, milde Hypoglykämien gefährden die Netzhaut

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Erfahrungen einer Praxismanagerin

Praxisbegehung angekündigt? Die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Arzt hält Modell vom Herzen in rechter Hand und Blutzuckermessgerät in linker Hand.

© RF (royalty free)

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi