KOMMENTAR

Dilemma bei der Brustkrebsnachsorge

Von Ingrid Kreutz Veröffentlicht: 27.07.2007, 08:00 Uhr

Bei der Nachsorge von Frauen mit Brustkrebs wird deutlich, wie schwierig die Situation für Ärzte und ihre Patientinnen sein kann, wenn die Therapie der Diagnostik mit hochmodernen Techniken hinterherhinkt.

Nach der Primärtherapie geht es bei Frauen mit Mamma-Ca vor allem darum, Lokalrezidive und Fernmetastasen, etwa in Leber, Hirn oder Knochen, möglichst früh aufzuspüren - in der Hoffnung, das Leben dann durch eine entsprechende Therapie verlängern oder gar retten zu können.

Aber genau das ist der Knackpunkt: Zuverlässige, wenn auch zum Teil recht teure Diagnosemethoden gibt es bereits, um Metastasen früh zu erkennen. Dazu zählen etwa die Oberbauch-Sonografie, Skelettszintigrafie, CT und PositronenEmissions-Tomografie (PET). Aber diese gehören noch nicht zum Routineprogramm.

Der Grund: Es ist unklar, ob Frauen deutlich länger leben, wenn sie außer der derzeit üblichen Nachsorge mit regelmäßiger Anamnese, körperlicher Untersuchung und Mammografie weitere apparative Diagnostik erhalten.

Dass den Patientinnen - wie es derzeit geschieht - dennoch zunehmend eine intensivere Nachsorge gewährt wird, mag einerseits gerechtfertigt sein. Können sie doch bei negativem Befund erst mal wieder aufatmen. Andererseits bleibt dieser Kurs jedoch fraglich. Sind doch bei Metastasen die Überlebenschancen nach wie vor sehr gering.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Brustkrebs-Nachsorge streng nach Leitlinien wird den Bedürfnissen der Patientinnen oft nicht gerecht

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