KOMMENTARKOMMENTAR

Doping ist immer eine Schande!

Von Siegmund Kalinski Veröffentlicht:

Wir haben ein Idol weniger. Ausgerechnet am Tag, an dem die Fußballnationalmannschaft ihren größten bisherigen Erfolg bei der WM 2006 feierte, wurde Jan Ullrich vom Team von T-Mobile suspendiert. Die Mannschaft muß bei der diesjährigen Tour de France ohne ihren bisherigen Hoffnungsträger starten.

Jan Ullrich wurde, den Berichten nach, gedopt. Die spanische Polizei legte offenbar solch gravierende Beweise vor, daß die Leitung der T-Mobile-Equipe sich gezwungen sah, ihren Matador zu suspendieren, was aller Wahrscheinlichkeit nach zugleich das Ende seiner Karriere bedeuten wird.

Es ist nicht das erste Mal, daß Jan Ullrich unter dem Verdacht steht, seine Kondition und Leistung mit unerlaubten Mitteln zu steigern. In einer Rehabilitationsklinik, in der er sich 2002 nach einem Unfall befand, wurde er auf Amphetamin positiv getestet, er bekam eine Sperre, woraufhin das Team Telekom den Vertrag mit ihm löste.

Jan Ullrich gelobte Besserung, und man hat von ihm dann auch nichts Negatives mehr gehört. Zuletzt war er Sieger bei der Tour de Suisse und machte sich jetzt große Hoffnungen auf einen Sieg bei der Tour de France, und das umso mehr, als sein stärkster Rivale Lance Armstrong aus den USA nicht mehr starten wollte. In Blutproben, die man ihm vor fünf Jahren entnommen und aufbewahrt hatte, hatte man Spuren von Dopingmitteln gefunden, allerdings waren damals die Testmethoden noch nicht so fein entwickelt wie heute.

Ohne Mithilfe von Medizinern ist Doping nicht möglich

Ohne Mithilfe der Mediziner ist Doping nicht möglich. Aus DDR-Zeiten weiß man, was für verheerende Folgen Dopingmittel für die Gesundheit von Sportlern haben. Jeder Mediziner, der sich dazu herabläßt, verstößt gegen die ärztliche Ethik, gegen den hippokratischen Eid.

Die Mediziner sollten nicht - nein, sie dürfen nicht - ein "höher, schneller, weiter um jeder Preis" verfolgen, sondern die Gesundheit des Menschen als oberstes Gebot sehen. Inzwischen ist man in Bezug auf Doping sehr sensibel geworden, und Mißbrauch wird entsprechend streng geahndet.

Jedes Volk braucht seine Helden, braucht seine Sieger und Vorbilder. Vorbilder, die keine verbotenen Hilfsmittel benutzen. Schade, daß gerade jetzt, wo die ganze Welt uns für unsere Gastlichkeit, Freundlichkeit und vor allem auch für die Erfolge der Fußballer bewundert, ein Schatten auf den Sport geworfen wird. Doping ist immer eine Schande!

Dr. med. habil. Siegmund Kalinski war als Allgemeinmediziner in Frankfurt am Main niedergelassen und ist langjähriger Mitarbeiter der "Ärzte Zeitung".

Lesen Sie dazu auch: Sportrechtler rät Jan Ullrich von einer DNA-Analyse ab

Mehr zum Thema

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen

Lesetipps
Ein Läufer, der sein Knie mit blauem Tape versorgt hat.

© baranq - stock.adobe.com

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?