KOMMENTAR

Dopingkontrollen sind Augenwischerei

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Mit jedem neuen Auch-ich-habe-gedopt-Bekenntnis eines Radprofis wird zumindest eines klar: Wirkungsvolle Dopingkontrollen im Radsport gibt es nicht. Dies liegt jedoch nicht daran, dass man die verbotenen Substanzen nicht nachweisen kann - mit modernen analytischen Verfahren lässt sich heute fast alles in Blut und Urin aufspüren, was da nicht hingehört.

Wenn es noch immer keine effektiven Dopingkontrollen gibt, dann liegt das vor allem an einer großen Allianz der Unwilligen: Den Sportlern, die offenbar nur noch unter Medikamenten zu Höchstleistungen fähig sind, den Sponsoren und Radsportteams, die Sportler dazu drängen, verbotene Mittel zu nehmen, um sich anschließend im Ruhm der Sieger zu sonnen, den Medien und den Sportfans, die auf neue Rekorde scharf sind und den Stars eine große Bühne bieten. Wer hat also überhaupt ein Interesse, sich einer solchen Allianz zu widersetzen?

Daher wird eines deutlich: Wenn man der Öffentlichkeit saubere Wettkämpfe durch regelmäßige Kontrollen verspricht, dann handelt es sich um reine Augenwischerei. Gerade die Regelmäßigkeit solcher Kontrollen ermöglichte es, Athleten und den Ärzten, die sie betreuen, sich darauf einzustellen: Dopingmittel werden rechtzeitig abgesetzt, auffällige Blutwerte mit ärztlicher Hilfe vor dem Wettkampf korrigiert. Wirkungsvolle Kontrollen sehen anders aus, sie müssen die Athleten überraschen, sonst sind sie nur Beruhigungsmittel für die Öffentlichkeit.

Lesen Sie dazu auch: Ärzte distanzieren sich von Doping-Praktiken

Mehr zum Thema

Bei aktiver Überwachung

Verzögert Sport Progress von Prostatakrebs?

Endokrino-Update 2021

Adipositas: Stufenweise zum „realistischen Ziel“

Studie mit Schwächen

SMS-Nachrichten unterstützen die kardiovaskuläre Prävention

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Wunsch nach Hilfe bei der Selbsttötung, ist bei Patienten im Pflegeheim keine Seltenheit. Ärzte und Pfleger sollten sich im Team besprechen und das Vorgehen unbedingt dokumentieren.

© rainbow33 / stock.adobe.com (Symbolbild)

Leitfaden für Ärzte

Sieben Tipps zum Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt betont: Ärzte arbeiten nicht gern im ruinösen Wettbewerb.

© Wolfgang Kumm / dpa / picture alliance

Im Vorfeld des 125. Ärztetags

Bundesärztekammer stellt zwölf Forderungen an künftige Regierung

Noch ist er violett: Für die neue Formulierung von ComirnatyTextbaustein: war wird der Deckel eine andere Farbe haben.

© Sina Schuldt / dpa

Neue Formulierung

Comirnaty®-Handhabung wird für Praxen bald leichter