Dreierkombination bei Mamma-Ca ist vorteilhaft

MÜNCHEN (wst). Zur adjuvanten Chemotherapie von Frauen mit HER2/neu-positivem Mamma-Karzinom ist die Dreierkombination mit Docetaxel, Carboplatin und dem Antikörper Trastuzumab ähnlich gut wirksam wie eine Viererkombi mit Doxorubicin, Cyclophosphamid, Docetaxel und Trastuzumab. Vorteil der Anthrazyklin-freien Dreierkombi ist die deutlich bessere Verträglichkeit.

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Darauf hat der Gynäkologe Professor Wolfgang Eiermann aus München bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in München hingewiesen. Nachgewiesen wurde der Vorteil der Dreierkombination in der BCIRG* 006-Studie. An dieser Studie nehmen 3222 Frauen mit noch nicht metastasiertem HER2/neu-positivem Mamma-Karzinom teil. Bei einem Teil der Frauen waren zu Studienbeginn auch die Achsellymphknoten bereits von Krebszellen befallen.

1074 Frauen erhielten das ACTH-Schema: vier Zyklen Doxorubicin plus Cyclophosphamid gefolgt von vier Zyklen Docetaxel (in Deutschland Taxotere®) und einer einjährigen Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab. Bei 1075 Frauen wurde das TCH-Schema angewendet: sechs Zyklen Docetaxel plus Carboplatin und parallel dazu ein Jahr lang Trastuzumab. 1073 Frauen bekamen die Standardtherapie (ACT-Schema): vier Zyklen Doxorubicin plus Cyclophosphamid gefolgt von vier Zyklen Docetaxel.

Vier Jahre nach Studienbeginn hatten bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von drei Jahren 83 Prozent der Frauen aus der ACTH-Gruppe und 82 Prozent aus der anthrazyklinfreien TCH-Gruppe rezidivfrei überlebt. Bei den Frauen ohne Antikörper (ACT-Arm) waren es nur 77 Prozent. Auch bei der Gesamtüberlebensrate schnitten die Frauen mit dem Antikörper besser ab: Sie betrug nach vier Jahren 92 Prozent im ACTH-Arm, 91 Prozent im TCH-Arm und 86 Prozent im ACT-Arm.

Die beiden Trastuzumab-basierten Kombinationen waren ähnlich effektiv und signifikant besser wirksam als die Trastuzumab-freie Behandlungsstrategie abschnitten.

Der entscheidende Vorteil des anthrazyklinfreien TCH-Schemas liege in der besseren Verträglichkeit, so Eiermann. Das betreffe besonders die kardialen Nebenwirkungen. Zwar war innerhalb der vier Studienjahre keine Patientin an Herzversagen gestorben, doch hatten in der ACTH-Gruppe 20 Frauen eine schwere Herzinsuffizienz entwickelt. Das war nur bei vier Frauen im TCH-Arm und auch im ACT Arm so.

*BCIRG steht für Breast Cancer International Research Group

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