Direkt zum Inhaltsbereich

Durch Grippe-Schnelltests nimmt die Verordnung von Antibiotika ab

MÜNCHEN (sto). Influenza ist auch bei Kindern ein Problem: In der Grippesaison 2004/2005 erkrankte nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) eins von drei Kindern. Bei Erwachsenen war es einer von zehn. Grippe-Schnelltests erleichtern die Diagnose.

Veröffentlicht:

Für die Verbreitung der Grippe-Viren spielen Kinder eine große Rolle, sagte Professor Klaus Deichmann aus Herbolzheim. Umso wichtiger seien eine frühe Diagnose und eine spezifische Behandlung, um eine weitere Krankheitsausbreitung - auch in der Familie - zu vermeiden, so der Pädiater bei einer Veranstaltung von Roche in München.

Kinder haben bekanntlich oft nicht so charakteristische Influenza-Symptome wie Erwachsene. Deshalb wurde in einem Projekt des Unternehmens in den ersten vier Monaten dieses Jahres bei fast 800 Pädiatern untersucht, wie hilfreich ein Schnelltest für Diagnostik und Therapie von Kindern mit Influenza ist.

Das Ergebnis: Kinderärzte, die ihre Diagnose mit einem Schnelltest absicherten, behandelten im Gegensatz zu Kollegen, die lediglich eine klinische Diagnose stellten, ihre Patienten 2,5-mal häufiger antiviral und reduzierten den Antibiotikaeinsatz um den Faktor 3,5. Ähnliches ergab sich für die Postexpositionsprophylaxe von Familienangehörigen nach Kontakt mit einer infizierten Person. Die Gruppe mit Schnelltest verschrieb zweimal häufiger einen Neuraminidasehemmer und dreimal weniger Antibiotika, berichtete Deichmann.

Überraschend sei, dass die Ärzte ohne Schnelltest nur aufgrund der klinischen Diagnose zwar häufiger eine Influenza diagnostiziert haben (70 Prozent) als die Kollegen, die mit Schnelltest arbeiteten (56 Prozent), aber dennoch in wesentlich geringerem Ausmaß eine spezifische Therapie eingeleitet hatten, sagte Deichmann.

In der Influenza-Saison 2007/2008 soll ab Februar eine weitere epidemiologische Erhebung zur Diagnoseabsicherung mit einem Schnelltest in 5000 Hausarztpraxen erfolgen. Dabei werden auch die Patienten zu Wirksamkeit und Nutzen ihrer Therapie befragt, so der Allgemeinarzt Dr. Peter Lehmann aus Gräfelfing.

Der Schnelltest wird von der GKV nicht erstattet und kann derzeit nur als IGeL angeboten werden.

Mehr Infos zu Influenza im Web unter: www.influenza.rki.de/agi

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Influenzaimpfung: Technologie, Evidenz und Empfehlung

© Lu ShaoJi | Getty Images

Grippeimpfstoff-Forschung

Influenzaimpfung: Technologie, Evidenz und Empfehlung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests