Durch Impfen hat Österreich die FSME im Griff

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Unser Nachbarland Österreich hat niedrige FSME-Raten dank konsequenter Impfpolitik. © Thomas Graf / fotolia.de

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MÜNCHEN (wst). Durch Impfungen wurde in Österreich die Zahl der Patienten mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) binnen 30 Jahren von 700 bis 800 pro Jahr auf heute 50 bis 100 gesenkt. Weite Teile des Landes bleiben aber weiter Hochrisikogebiete für die von Zecken übertragene Infektion.

Durch Impfkampagnen haben inzwischen etwa zwei Drittel aller Österreicher einen kompletten FSME-Impfschutz, hat Professor Ursula Kunze von der Uni Wien betont. Nimmt man auch die Menschen hinzu, die zumindest einmal im Leben gegen FSME geimpft wurden, kommt man sogar auf eine Impfrate von knapp 90 Prozent. Diese Zahl ist um so erstaunlicher, als die meisten Österreicher ihren FSME-Schutz fast komplett selbst zahlen müssen. Allerdings ziehen zur FSME-Schutzimpfung alle Beteiligten - Behörden, Ärzte, Apothekerkammer, Industrie, medizinisches System und vor allem auch das Schulsystem - an einem Strang, berichtete Kunze.

Dass der stete Rückgang der FSME-Inzidenz in Österreich tatsächlich der Impfung und nicht etwa veränderten Zeckenpopulationen oder Freizeitaktivitäten zu verdanken ist, gilt epidemiologisch als unbestritten, so die Expertin auf einer Veranstaltung des Unternehmens Baxter in München. Schon seit 1982 nehmen die Impfraten zu, und gleichzeitig die FSME-Erkrankungen in der Bevölkerung ab. Und auch der Vergleich mit Tschechien spricht für den Einfluss der Impfungen: In Tschechien ist die Durchseuchung der Zecken mit FSME-Viren ähnlich hoch wie Österreich, aber nur 16 Prozent der Bevölkerung sind dagegen geimpft. Die Zahl der FSME-Erkrankungen steigt weiter.

Die Impfraten in Deutschland liegen nach den Daten einer Umfrage 2009 mit 51 510 Teilnehmern von in Bayern bei 32 Prozent, in Baden-Württemberg bei 28, in Thüringen bei 22, in Hessen bei 17 und in Sachsen bei 15 Prozent.

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