Durchbruchschmerz kommt und verschwindet rasch

BERLIN (ner). Etwa die Hälfte aller Patienten mit starken chronischen Schmerzen leiden trotz guter Basismedikation an Durchbruchschmerzen. Vorteile hat hier orale transmukosale Therapie.

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Gerade alte Patienten mit chronischen Schmerzen wie Tumorpatienten berichteten oft nicht über Durchbruchschmerzen, sagte Dr. Till Wagner aus Aachen beim Schmerzkongress in Berlin. Dies verhindere die angemessene Behandlung mit möglichst kurz wirksamen Opioiden.

40 bis 90 Prozent der Tumorpatienten hätten Durchbruchschmerzen, so Wagner bei einem Symposium von Cephalon. Nach Ansicht von Dr. John Zepetella aus London sind Durchbruchschmerzen häufig nicht vorhersehbare Schmerzattacken starker Intensität, die rasch beginnen und nur etwa eine halbe Stunde, dauern. Sie kommen meist an der gleichen Stelle vor wie die Dauerschmerzen.

Die Attacken ereignen sich oft mehrmals täglich spontan oder bei physischer und psychischer Belastung. Abgegrenzt werden sollten diese Schmerzen von neuropathischen Schmerzen, die auch attackenförmig auftreten, aber anders entstünden, sowie von Schmerzen aufgrund abnehmender Wirkspiegel der Basisschmerzmedikation, so Zepetella. Nicht retardierte orale Opioide seien nur bedingt bei Durchbruchschmerzen geeignet.

Denn ihre Wirkung tritt erst nach 30 bis 90 Minuten ein, wenn die Durchbruchschmerzen bereits spontan wieder abklingen. Oral-transmukosale Anwendungen von Fentanyl wie der Actiq®-Stick wirken nach etwa fünf bis zehn Minuten. Die Patienten können die Anwendung beenden, wenn eine ausreichende Analgesie erreicht ist. Die Wirkdauer beträgt ein bis zwei Stunden.

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