WHO-Gesundheitsnotstand

Ebola-Helfer fordern rasche Unterstützung

Noch immer klappt es nicht, den Ebola-Ausbruch im Kongo unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt hat die WHO einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hilfsorganisationen fordern weitere Impfstoffe und finanzielle Hilfe.

Veröffentlicht:
Ein altes Ebola-Warnschild in Makoua, Kongo, Besucher sollten so erfahren, dass sie ein Infektionsgebiet betreten.

Ein altes Ebola-Warnschild in Makoua, Kongo, Besucher sollten so erfahren, dass sie ein Infektionsgebiet betreten.

© USO / Getty Images / iStock

GENF/GOMA. Der Kampf gegen die Ebola-Epidemie im Kongo soll nach der Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstands durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschärft werden.

Mehr Menschen müssten gegen das gefährliche Virus geimpft werden, verlangte die Präsidentin der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, Joanna Liu.

Ein unabhängiger Expertenausschuss hatte der WHO am Mittwochabend im vierten Anlauf empfohlen, den Notstand zu erklären. Den Experten ist es wichtig, keine Panik zu schüren, und die betroffenen Länder nicht durch Handelsbeschränkungen oder Flugunterbrechungen zu isolieren.

WHO: Keine globale Gefahr

„Es muss unbedingt vermieden werden, dass die betroffenen Menschen durch Reise- oder Handelsbeschränkungen wirtschaftlich bestraft werden“, betonte der Ausschuss. Es sei nicht nötig, Grenzen zu schließen.

Der Ausschussvorsitzende Robert Steffen betonte, dass zur Zeit keine Gefahr für eine globale Ausweitung von Ebola bestehe. Vielmehr handele es sich um eine regionale Notlage.

Kongos Gesundheitsministerium akzeptierte die Entscheidung. Allerdings hoffe man, dass diese nicht unter Druck verschiedener Interessensgruppen getroffen wurde, die dadurch mehr finanzielle Mittel für humanitäre Akteure zu erhalten hofften, hieß es in einer Mitteilung.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Die WHO glaubt, dass nur 75 Prozent der Fälle entdeckt oder gemeldet werden. Manche Infizierte sterben, ohne dass die Familien sich bewusst sind, dass der Angehörige Ebola hatte.

Deshalb empfiehlt die WHO unter anderem, die Aufklärung über die Krankheit weiter zu verbessern und mehr Anstrengungen zu unternehmen, dass Verdachtsfälle sofort gemeldet und Betroffene in Behandlungszentren gebracht werden.

Die britische Organisation Wellcome Trust setzte sich dafür ein, einen zweiten bereits entwickelten Impfstoff schnell zur Behandlung zuzulassen, um mehr Menschen impfen zu können. Bislang beschränken sich Helfer darauf, Angehörige und Freunde von Betroffenen sowie deren Kontakte zu impfen.

Dafür sei genug Impfstoff vorhanden, betont die Regierung. „Länder sollten nicht warten, bis Ebola sich über die Grenzen ausbreitet oder an ihrer Türschwelle ankommt, bevor sie etwas tun“, meinte Josie Golding vom Wellcome Trust.

Auch die Hilfsorganisation World Vision forderte mehr Mittel, um die humanitären Bedürfnisse in der Ebola-Zone zu decken und die Akzeptanz der Präventionsarbeit und der Kontrollen in der Bevölkerung zu verbessern. Die Erklärung der WHO sollte ein Weckruf sein, teilte Moussa Sangara mit, der den Ebola-Einsatz für World Vision leitet. (dpa)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ein zahnloser Tiger

Schlagworte:
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitsunfall: Was bei der Schmerzversorgung gilt

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt

Frauenärztin und Aufklärerin auf Instagram

Dr. Annika Schauer: Gynfluencerin und Wies’n-Kellnerin

Lesetipps
Schrörs

© Porträt: Antje Boysen/DEGAM | Sp

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?