Direkt zum Inhaltsbereich

Kongo und Ruanda

WHO erklärt Ebola-Epidemie als internationale Notlage

Die Ebola-Epidemie ist eine internationale Notlage, hat die WHO am Mittwochabend entschieden. Direkte Folgen hat der Schritt noch nicht.

Veröffentlicht:
Helfer in Schutzanzügen kommen zu ihrer Schicht in ein Behandlungszentrum mit Ebola-Erkrankten.

Helfer in Schutzanzügen kommen zu ihrer Schicht in ein Behandlungszentrum mit Ebola-Erkrankten.

© Jerome Delay / AP / dpa

GENF. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat wegen des Ebola-Ausbruchs in Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand (PHEIC) ausgerufen. Allerdings würden zunächst weder Reisebeschränkungen noch andere Maßnahmen empfohlen, teilte die WHO am Mittwochabend nach einer Sitzung des Notfallkomitees in Genf mit.

Zuletzt hatte das Gremium Mitte Juni auf die Ausrufung einer Notlage verzichtet. Die UN-Organisation erhofft sich mit der jetzigen Entscheidung mehr Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.

„Es ist Zeit, dass die Welt von der Epidemie Kenntnis nimmt und ihre Anstrengungen verdoppelt“, sagte WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch. Das Komitee äußerte sich enttäuscht über die geringen Hilfszusagen anderer Staaten.

Der Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo sind seit Beginn des Ausbruchs vor knapp einem Jahr bislang fast 1600 Menschen zum Opfer gefallen. Über 2400 Menschen sind an der Ebola-Virus-Krankheit erkrankt. Das kongolesische Gesundheitsministerium zählt laut jüngsten Zahlen von Mittwochmorgen über 400 weitere Verdachtsfälle.

Zuletzt war im Nachbarland Uganda eine Kongolesin an den Folgen der Erkrankung gestorben. Daraufhin wurden in der Umgebung der Frau Kontaktpersonen mit experimentellen Ebola-Vakzinen geimpft. Vier Impfteams seien unterwegs, hieß es am Mittwoch. Bereits Mitte Juni wurden in Uganda drei Todesfälle von infizierten Kongolesen gemeldet. Allerdings waren von ihnen keine weiteren Infektionen ausgegangen.

Besorgniserregend ist der WHO zufolge der jüngste Fall eines mit dem Ebola-Virus infizierten Pastors in der Millionenstadt Goma. Die Stadt liegt direkt an der Grenze zu Uganda. Der Fall könnte schlimmstenfalls ein Indiz für eine Ausbreitung der Epidemie sein.

Eine internationale Notlage (Public Health Emergency of International Concern; PHEIC) liegt laut den internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) vor, wenn eine Epidemie auf andere Staaten überzuspringen droht.

Nach der Ausrufung eines PHEIC kann die WHO den Regularien zufolge international gültige Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie anordnen. Die Mitgliedsstaaten, die die IHR ratifiziert haben, müssen ihnen dann folgen. Für Deutschland hat die jüngste Entscheidung derweil keine direkten Folgen. (nös)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ein zahnloser Tiger

Schlagworte:
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Erfahrungen einer Praxismanagerin

Praxisbegehung angekündigt? Die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung

Lesetipps
Arzt hält Modell vom Herzen in rechter Hand und Blutzuckermessgerät in linker Hand.

© RF (royalty free)

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Eine Illustration zeigt, wie mittels einer Spritze ins Auge gestochen wird.

© Asset Arc / stock.adobe.com / generated AI

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe