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Kommentar – Ebola-Gesundheitsnotstand

Ein zahnloser Tiger

Die WHO ruft wegen der Ebola-Epidemie im Kongo den Gesundheitsnotstand aus – empfiehlt aber keine konkreten Maßnahmen. Es ist somit nur eine Notlage „auf dem Papier“.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:

Es klingt schon bedrohlich, wenn die Weltgesundheitsorganisation von einer „gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite“ spricht. Die hat die WHO gestern Abend wegen der Ebola-Epidemie im Kongo ausgerufen.

Es ist das vierte Mal seit der Novelle der Internationalen Gesundheitsvorschriften im Jahr 2005, dass die UN-Organisation zu diesem Mittel greift. Immerhin: Die Vorschrift ist völkerrechtlich bindend. Und wenn die WHO eine Notlage ausruft, dann müssen die Mitgliedstaaten die Empfehlungen umsetzen.

So weit die Theorie. Nur hat das WHO-Notfallkomitee eben keine konkreten Maßnahmen empfohlen. Damit bleibt die neuerliche „Notlage“ ein zahnloser Tiger. Bis auf die leise Hoffnung, dass die Staatengemeinschaft nun ein paar Mittel mehr zur Bekämpfung des Ausbruchs locker macht.

Wäre gut, wenn die Staaten wenigstens diese Hoffnung wahr werden lassen könnten – damit aus einer internationalen Notlage „auf dem Papier“ nicht eine veritable wird.

Lesen Sie dazu auch: WHO-Gesundheitsnotstand: Ebola-Helfer fordern rasche Unterstützung Kongo und Ruanda: WHO erklärt Ebola-Epidemie als internationale Notlage

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