Diabetes mellitus

Effektive HbA1c-Kontrolle und wenig Hypoglykämien mit Enzymhemmer

BAD LAUTERBERG (ner). Das orale Antidiabetikum Sitagliptin ist als Kombipartner ebenso effektiv wie der Sulfonylharnstoff Glipizid. Das belegen Daten einer Doppelblind-Studie mit mehr als 1100 Patienten.

Veröffentlicht: 26.03.2007, 08:00 Uhr

Bei der Therapie mit dem Enzymhemmer Sitagliptin sank innerhalb von einem Jahr der HbA1c-Wert von durchschnittlich 7,5 Prozent um 0,7 Prozentpunkte. Lag der HbA1c-Wert anfangs über 9 Prozent, so sank er sogar um 1,7 Prozentpunkte, wie Diabetologen aus Bad Lauterberg berichten.

Sitagliptin (Januvia®), das in der EU zur Zulassung empfohlen ist, verhindert den Abbau von GLP-1 (glucagon like peptide) über eine Hemmung des Enzyms DPP-4 (Dipeptidylpeptidase-4). Dadurch werden hohe GLP-1-Spiegel aufrechterhalten. GLP-1 wiederum reguliert die Insulinsekretion und die Glukose-Homöostase.

In dem doppelt verblindeten Vergleich hatten 1172 Typ-2-Diabetiker zusätzlich zu Metformin (1500 mg oder mehr) randomisiert entweder 100 mg Sitagliptin oder 5 mg bis 20 mg Glipizid täglich erhalten. 63 Prozent der Patienten, die mit Sitagliptin behandelt wurden, erreichten innerhalb eines Jahres HbA1c-Werte unter sieben Prozent. Mit dem Sulfonylharnstoff waren es 59 Prozent. Ein Drittel aller Patienten in beiden Behandlungsgruppen erreichten sogar einen HbA1c-Wert unter 6,5 Prozent. Das berichten Professor Michael Nauck vom Diabeteszentrum Bad Lauterberg und seine Kollegen (Diabetes Obes Metab 9 2007 194).

Die Zahl der Hypoglykämie-Episoden dagegen unterschied sich in den beiden Gruppen signifikant: Jeder dritte Diabetiker, der mit dem Sulfonylharnstoff behandelt wurde, hatte eine hypoglykämische Episode. In der Verumgruppe waren es knapp fünf Prozent der Patienten. Die geringe Hypoglykämie-Rate lässt sich mit dem Wirkmechanismus erklären: Sitagliptin verstärkt die Blutzuckersenkung durch GLP-1 erst dann, wenn der Glukosespiegel im Blut tatsächlich erhöht ist.

Ein weiterer Unterschied zwischen den Patientengruppen in der Studie ergab sich beim Körpergewicht: Mit dem Sulfonylharnstoff nahmen die Patienten erwartungsgemäß um durchschnittlich 1,1 Kilogramm zu. In der Sitagliptingruppe nahmen sie im Schnitt 1,5 Kilogramm ab.

Mehr zum Thema

DDG-Empfehlungen

So gelingt das Management von Diabetikern mit COVID-19

„CoronaUpdate“-Podcast

Der „Corona-Tunnel“ – und seine Folgen für die Medizin

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Infektionsrate, Letalität und Co

Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

KBV-Chef Gassen

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

Existenzsorgen bei Laborärzten

Weniger Aufträge durch Corona

Existenzsorgen bei Laborärzten

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden