Kopfschmerzen

Einfache Prophylaxe schützt vor Migräne-Attacke

BERLIN (mut). Migräne-Attacken lassen sich mit dem Antikonvulsivum Topiramat wirkungsvoll verhindern. Die Zahl der Attacken pro Monat wurde mit dieser Strategie in einer Studie halbiert. Die Prophylaxe mit der Substanz ist außerdem leitliniengerecht.

Veröffentlicht:

An der Studie von Neurologen aus Hamburg und München nahmen insgesamt mehr als 400 Patienten teil, die pro Monat mindestens drei Migräne-Attacken mit oder ohne Aura hatten. Sie wurden ein halbes Jahr lang mit Topiramat behandelt, und zwar in einer Dosierung von jeweils 50 bis 200 mg pro Tag.

Die Ergebnisse der Studie sind jetzt auf dem Neurologen-Kongress in Berlin vorgestellt worden: Zu Studienbeginn hatten die Patienten im Schnitt 8,3 Migräne-Attacken innerhalb von vier Wochen. Nach einem halben Jahr waren es nur noch 4,3 Attacken innerhalb von vier Wochen. Außerdem: Die Zahl der Tage, an denen die Patienten eine Akutmedikation benötigten, sank von 6,9 zu Beginn auf 3,7 zum Ende der Studie (Poster von T. Hummel und Kollegen, Neurologische Praxis, Hamburg).

Eine solche Prophylaxe stimmt mit den Empfehlungen der gemeinsamen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) überein. Als Medikamente der ersten Wahl zur Prophylaxe werden empfohlen: Metoprolol, Propranolol, Flunarizin (Natil® N), Topiramat (Topamax® Migräne) und Valproinsäure (off-label use). Außerdem lassen sich so übermäßiger Schmerzmittelverbrauch und schmerzmittelinduzierter Kopfschmerz verhüten.

Empfohlen wird eine Prophylaxe bei Patienten mit mehr als drei Migräne-Attacken pro Monat, bei einer Attackendauer von mehr als 72 Stunden sowie auch bei nicht ausreichender Wirksamkeit der Akutmedikation. Und auch dann, wenn Schmerz- oder Migränemittel an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen werden.

Weitere Empfehlungen der gemeinsamen Migräne-Leitlinie stehen auf: www.dgn.org und www.dmkg.de

Mehr zum Thema

Kasuistik

Odyssee einer Kopfschmerz-Patientin

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Wunsch nach Hilfe bei der Selbsttötung, ist bei Patienten im Pflegeheim keine Seltenheit. Ärzte und Pfleger sollten sich im Team besprechen und das Vorgehen unbedingt dokumentieren.

© rainbow33 / stock.adobe.com (Symbolbild)

Leitfaden für Ärzte

Sieben Tipps zum Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt betont: Ärzte arbeiten nicht gern im ruinösen Wettbewerb.

© Wolfgang Kumm / dpa / picture alliance

Im Vorfeld des 125. Ärztetags

Bundesärztekammer stellt zwölf Forderungen an künftige Regierung

Noch ist er violett: Für die neue Formulierung von ComirnatyTextbaustein: war wird der Deckel eine andere Farbe haben.

© Sina Schuldt / dpa

Neue Formulierung

Comirnaty®-Handhabung wird für Praxen bald leichter