„Rentner-Abzocke“

Bayerns Fachärzte machen gegen Kammergebühren für Ruheständler mobil

Der Gebührenbeschluss vom vergangenen Oktober soll nach dem Willen des Bayerischen Facharztverbands revidiert werden. Dafür sollen die Kammerdelegierten eingespannt werden.

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Dass die Arztrentner in Bayern  inzwischen ebenfalls Kammerbeiträge zahlen sollen, will der Bayerische Fachärzteverband weiterhin nicht akzeptieren.

Dass die Arztrentner in Bayern inzwischen ebenfalls Kammerbeiträge zahlen sollen, will der Bayerische Fachärzteverband weiterhin nicht akzeptieren.

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Neumarkt. Der Bayerische Facharztverband (BFAV) hadert weiterhin mit der beim bayerischen Ärztetag im vergangenen Jahr beschlossenen Erhöhung des Beitrags für die Landesärztekammer – und vor allem mit der Neuerung, diesen auch von ihren Rentnern zu erheben.

„Der Großteil der Ärzterentner ist schlicht entsetzt“, schreibt der Verband mit Sitz in Neumarkt am Wochenende und spricht von „Rentner-Abzocke“. „Will man nicht zahlen, muss man mit der Approbationsabgabe auf die Profession ‚Arzt‘ im Ruhestand verzichten und kann damit nicht einmal für seinen Ehepartner ein Medikament verordnen“, so BFAV-Vorstand Gernot Petzold.

Neben dem Verweis auf laufende Klagen gegen den Beschluss will der Verband nun vor dem nächsten bayerischen Ärztetag in Bad Kissingen (10.-12. Oktober) über die Delegierten auf eine Rücknahme desselben hinwirken. Es müsse „eine demokratische Mehrheitsentscheidung der Delegierten herbeigeführt werden, die den Beschluss vom Herbst 2024 in Lindau revidiert“.

Bottom-up-Bewegung

Dazu müssten möglichst viele Kammerdelegierte „überzeugt werden, dass diese Änderung der Gebührensatzung gegen den Willen der Mehrheit der bayerischen Ärzte und gegen deren Interessen gefasst wurde“, schreibt Vorstand Petzold. Jeder bayerische Arzt, der mit der Änderung der Gebührensatzung nicht einverstanden sei, möge sich also an die Delegierten in seinem Bezirksverband wenden.

Vielmehr solle sich die Kammer zu einer „sparsamen Haushaltsführung“ verpflichtet fühlen. Digitalisierung und standardisierte Abläufe sollten Kosten sparen, anstatt „höhere Haushaltsvolumina mit deutlich erhöhten Beiträgen für aktive Ärzte und die Ruheständler zu finanzieren“. (bar)

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