Krebs

Empfohlen: prophylaktisch Antiemetika bei Krebstherapie

BERLIN (grue). Übelkeit und Erbrechen sind von Patienten gefürchtete Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Für bestimmte Zytostatika-Kombinationen wird deshalb eine vorbeugende Behandlung mit Antiemetika empfohlen.

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Die im September 2005 aktualisierten Leitlinien der Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASSC) empfehlen folgendes Vorgehen: Patienten, die eine Chemotherapie mit Cisplatin-Dosen über 70 mg/m2 bekommen, sollten wegen zu erwartender Übelkeit und Erbrechen vorab Antiemetika einnehmen.

"Für den ersten Tag hat sich eine Dreifachkombination aus einem Setron plus Dexamethason plus Aprepitant bewährt", sagte Dr. Markus Thalheimer von der Universität Heidelberg auf einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Berlin. "Danach erhalten die Patienten für weitere zwei Tage Aprepitant und dazu Dexamethason in niedrigerer Dosierung."

Auch für Patienten, die eine Chemotherapie mit Anthrazyklinen oder Cyclophosphamid erhalten, ist eine solche Prävention sinnvoll, dabei kann das Steroid noch etwas niedriger dosiert werden. "Mit dieser Strategie werden akutes und verzögertes Erbrechen entweder ganz verhindert oder doch merklich reduziert", so Thalheimer. Der Wirkstoff Aprepitant (Emend®) habe daran wesentlichen Anteil.

Durch Bindung an den Neurotransmitter Substanz P wirkt Aprepitant besonders gegen das zeitlich verzögerte Erbrechen am zweiten Tag der Chemotherapie. Das Antiemetikum wird als Tablette unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen und darf auch bei Leber- und Niereninsuffizienz ohne Dosisanpassung verordnet werden. Thalheimer bedauerte, daß die vorbeugende Antiemesis auf relativ wenige Chemotherapien begrenzt ist.

"Wir wissen aus Erfahrung, daß zum Beispiel junge Frauen mit Brustkrebs mehrere Chemotherapeutika schlecht vertragen." Auch Menschen mit ängstlichem Charakter rate er dringend zu einer prophylaktischen Behandlung des Erbrechens, auch mit Aprepitant.

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