Endocannabinoide sind involviert in die Mechanismen der Leberfibrose

Das Endocannabinoid-System ist maßgeblich an der Entstehung einer alkoholischen Lebererkrankung beteiligt. Interessanterweise haben dabei CB1- und CB2-Rezeptoren gegensätzliche Effekte.

Veröffentlicht:

FREIBURG (ner). Unter permanentem Alkoholeinfluss steigen die Endocannabinoid-Serumspiegel an und die Endocannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 auf Immunzellen werden hochreguliert, sagte Dr. Sören Siegmund aus Bonn bei der IV. Falk Gastro-Konferenz in Freiburg. Dies scheint die Leberfibrose zu fördern.

Tierversuche haben ergeben, dass CB1-Rezeptoren in der Leber profibrinogen wirken, CB2-Rezeptoren dagegen antifibrinogen. CB1-Effekte scheinen allerdings die protektiven CB2-Effekte zu übertreffen.

Hatten Mäuse sieben Monate lang 16-prozentige Alkohollösung als einzige Flüssigkeitsquelle erhalten, verstärkte dies die Fettleberentwicklung und Fibrogenese. Die Behandlung von Mäusen mit dem CB1-Rezeptorantagonisten Rimonabant reduzierte die Spiegel profibrinogener Proteinmarker.

Knock-out-Mäuse mit "ausgeschaltetem" CB1-Rezeptor bekamen ebenfalls keine Fettleber. Diese Ergebnisse stützen bisherige Erkenntnisse auch anderer Arbeitsgruppen, so Siegmund. Damit eröffneten sich seiner Ansicht nach neue Therapieoptionen für Patienten mit Lebererkrankungen generell und speziell bei alkoholbedingten Lebererkrankungen.

Vom Endocannabinoid-System ist inzwischen bekannt, dass es in sehr viele physiologische und pathophysiologische Vorgänge des Körpers eingreift, zum Beispiel was Appetit und Ernährung angeht, beim Knochenmetabolismus, der Immunsuppression oder bei der Atherosklerose.

Nun sieht es zusätzlich so aus, als ob auch Mechanismen der Leberfibrose von diesem Signalsystem beeinflusst werden. Prinzipiell seien diese Mechanismen unabhängig von der Ursache der Leberschädigung, erläuterte der Hepatologe vom Universitätsklinikum Bonn.

Speziell Alkohol induziere eine starke inflammatorische Reaktion, unter anderem hervorgerufen durch Endotoxine und verstärkten oxidativen Stress, hypoxische Erscheinungen und durch die Entstehung profibrinogener Ethanolmetabolite. All diese Faktoren gehen mit einem profibrinogenen Zytokin-Profil einher und zerstören schließlich die Leberzellstrukturen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Wann eine frühe Operation von Vorteil ist

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps