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Ovarialkarzinom

Endometriose als Krebs-Risikofaktor?

Möglicherweise haben Frauen mit einer Endometriose ein erhöhtes Risiko für Ovarial- und Endometriumkarzinome. Erste Hinweise liefert eine Fall-Kontroll-Studie aus Erlangen.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

ERLANGEN. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7400 Frauen an einem Ovarialkarzinom, 5500 sterben daran. Bei rund 11.600 Frauen wird jedes Jahr erstmals ein Endometriumkarzinom festgestellt, davon stirbt etwa ein Viertel an dem Tumor, berichten Ärzte um Dr. Stefanie Burghaus von der Uniklinik in Erlangen (BMC Cancer 2015; 15: 751).

Ein Grund für die hohe Mortalität seien fehlende oder ineffektive Screening-Programme für diese relativ seltenen Tumoren. Die Karzinome werden daher erst in einem recht späten Stadium erkannt. Hilfreich wären Risikofaktoren, mit denen man den Kreis der zu screenenden Frauen eingrenzen könnte.

Immerhin kennt man bereits einige der Faktoren: Bei Ovarialtumoren sind Kinderlosigkeit und Mutationen in den Genen BRCA 1 und 2 prädiktiv, beim Endometriumkarzinom hormonelle und metabolische Faktoren wie Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck und ein hoher Fettkonsum.

Die Forscher um Burghaus wollten nun schauen, ob auch eine Endometriose als Risikomarker taugt.

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, befragten sie 165 Frauen mit einem Ovarialtumor und 131 Frauen mit einem Endometriumkarzinom, ob sie in der Vergangenheit an eine Endometriose gelitten hatten. Die gleiche Frage stellten sie 1016 Frauen ohne solche Erkrankungen.

Wie sich herausstellte, hatten 21 der Frauen ohne Tumoren (2,1 Prozent) eine Endometriose angegeben, von den Frauen mit Ovarialtumor waren es sieben (4,2 Prozent) und ebenfalls sieben (5,3 Prozent) von den Frauen mit Endometriumkarzinom.

Rein rechnerisch war damit der Anteil von Frauen mit Endometriose bei den Krebspatientinnen mehr als doppelt so hoch wie bei den gesunden Frauen, allerdings sollten aus einer statistisch kaum belastbaren Zahl von jeweils sieben Frauen keine allzu großen Schlüsse gezogen werden.

Zumal die Angaben der Frauen auf reiner Selbstbeurteilung beruhten. Gut möglich, dass sich Frauen mit einem Tumor in ihren Fortpflanzungsorganen eher an eine Endometriose erinnerten als gesunde Frauen.

Wie so oft, müssten die Ergebnisse auch dieser Fall-Kontroll-Studie also erst einmal in prospektiven Untersuchungen bestätigt werden.

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