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Enzym-Hemmer senkt Virusmenge innerhalb weniger Wochen

GLASGOW (awa). Eine noch nicht zugelassene Substanz mit einem neuen Wirkansatz hemmt die Vermehrung der HI-Viren sehr rasch: Durch die Therapie mit dem Integrase-Hemmer MK-0518 sinkt die Viruskonzentration innerhalb von wenigen Wochen unter die Nachweisgrenze von 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut.

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Bei zuvor bereits antiretroviral behandelten Patienten mit nur noch begrenzten Therapie-Optionen ist MK-0518 in Kombination mit einer optimierten Hintergrundtherapie (OBT) - dazu gehören etwa Hemmstoffe des HIV-Enzyms Reverse Transkriptase - gut wirksam. Das hat Professor Schlomo Staszewski von der Universität Frankfurt am Main beim internationalen HIV-Kongress in Glasgow berichtet.

Prüfsubstanz mit antiviralen Medikamenten kombiniert

178 Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion erhalten in einer noch laufenden Phase-II-Studie zweimal täglich 200 mg, 400 mg oder 600 mg MK-0518 oder Placebo, jeweils kombiniert mit einer OBT. Nach 24 Wochen lag mit dem Integrase-Hemmer bei 57 bis 67 Prozent der Patienten die Viruskonzentration unter 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut, in der Placebo-Gruppe nur bei 14 Prozent.

"Besonders beeindruckend ist, wie schnell MK-0518 die Virusmenge unter die Nachweisgrenze senkt", sagte Staszewski. Nach vier Wochen hatte bereits ein Drittel der Patienten in den Integrase-Hemmer-Gruppen eine Virusmenge unter 50 Kopien pro Milliliter Blut. Mit der OBT allein erreichte das zu diesem Zeitpunkt nur jeder zehnte Patient.

Auch bei zuvor nicht behandelten Patienten sei MK-0518 rasch und anhaltend virologisch wirksam, so Staszewski. Der Zwischenanalyse einer noch laufenden Phase-II-Studie mit 198 Patienten zufolge erreichten mit zweimal täglich 100 mg, 200 mg, 400 mg oder 600 mg MK-0518 - jeweils in Kombination mit zwei nukleosidischen Reverse Transkriptasehemmern (NRTI) - 85 bis 95 Prozent der Patienten eine Virusmenge unter 50 Kopien und damit ähnlich viele Patienten wie in der Kontrollgruppe.

Die Patienten dieser Gruppe erhielten eine Standardtherapie mit dem nicht-nukleosidischen Reverse Transkriptasehemmer (NNRTI) Efavirenz plus zwei NRTI. Allerdings hatten mit MK-0518 etwa 60 Prozent der Patienten bereits nach vier Wochen eine Virusmenge unter 50 Kopien pro Milliliter Blut im Vergleich zu nur 20 Prozent der Patienten in der Efavirenz-Gruppe.

Dr. Robin Isaacs von den Merck Research Laboratories in Westpoint in Pennsylvania wies darauf hin, dass in den Phase-II-Studien alle geprüften Dosierungen von MK-0518 ähnlich verträglich waren wie die Vergleichssubstanzen. Zudem sei der Einfluss von MK-0518 auf die Lipidwerte auch nach 24 Wochen neutral geblieben. Zur Zeit wird MK-0518 in zwei Phase-III-Studien bei zuvor behandelten Patienten weiter geprüft.



STICHWORT

HIV-Hemmstoffe

Bisher verfügbare HIV-Medikamente verhindern, dass das Virus mit der T-Helferzelle verschmilzt, die Virus-RNA in DNA umgeschrieben wird oder HI-Viren aus den Bausteinen zusammengebaut werden. Nun befindet sich eine weitere Substanzklasse mit einem neuen Angriffspunkt in der Entwicklung: die Integrase-Hemmer. Sie verhindern, dass die in DNA umgeschriebene virale Erbsubstanz in das Zellgenom integriert wird. In der Entwicklung am weitesten fortgeschritten ist der Hemmstoff MK-0518 von MSD, der oral verabreicht wird. (awa)

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