Eplerenon stärkt schwache Herzen nach Infarkt

FRANKFURT/MAIN (hsr). Für Patienten nach Myokardinfarkt mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion ist jetzt der Aldosteron-Antagonist Eplerenon erhältlich. Bei einer Zusatztherapie mit dem Präparat haben in Studien deutlich mehr Patienten überlebt als mit Placebo. Die Arznei ist jetzt als Inspra® erhältlich.

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Während einer 16monatigen Therapie führt die Behandlung mit Eplerenon - zusätzlich zur Standardtherapie mit ACE-Hemmern, Betablockern, ASS und Statinen - zu einer signifikanten Reduktion der Sterblichkeitsrate um 15 Prozent im Vergleich zur Zusatztherapie mit Placebo. Das hat die EPHESUS-Studie mit 6642 Patienten ergeben (wir berichteten).

Eplerenon nützt vor allem Hochrisikokranken mit stark ausgeprägter linksventrikulärer Dysfunktion (LVD) und einer Auswurffraktion unter 30 Prozent: Bei ihnen war im Studienzeitraum die Gesamtmortalitätsrate um 21 und das Risiko für einen plötzlichen Herztod um 33 Prozent reduziert. Außerdem profitieren Hypertoniker überdurchschnittlich von einer solchen mit Betablocker und ACE-Hemmer kombinierten Behandlung. Bei ihnen verringerte sich die Einjahres-Sterblichkeitsrate insgesamt sogar um 23, die Rate für plötzlichen Herztod um 26 Prozent.

Daran hat Professor Helmut Drexler aus Hannover bei der Einführungs-Pressekonferenz des Unternehmens Pfizer erinnert. Die Substanz sei gut verträglich, jedoch sollte auf Hyperkaliämien geachtet werden, die im Vergleich zu Placebo etwas häufiger auftreten. Diese ließen sich durch regelmäßige Kontrollen der Kaliumwerte vermeiden.

Aufgrund der EPHESUS-Daten empfiehlt Drexler bei Herzinfarkt so vorzugehen: Beginn mit Beta-Blockern in der Akutphase, ACE-Hemmer nach hämodynamischer Stabilisierung,Eplerenon nach drei bis 14 Tagen bei Symptomen einer Herzinsuffizienz mit Auswurffraktion unter 40 Prozent.

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