Direkt zum Inhaltsbereich

Epoetin-Therapie ist jetzt erstmals mit einem Biosimilar möglich

MÜNCHEN (ob). Nach erteilter Zulassung durch die Europäische Kommission bringt HEXAL mit dem heutigen Tag Epoetin alfa als Biosimilar auf den Markt. Sandoz folgt mit der Einführung zum 1. November, wurde jetzt bei einer Veranstaltung beider Unternehmen in München mitgeteilt.

Veröffentlicht:

Nach dem Wachstumshormon Somatropin (Omnitrope®) ist Epoetin alfa das zweite in Deutschland verfügbare Biosimilar. Es wird von HEXAL als Epoetin alfa HEXAL® angeboten.

Um Produktqualität, Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten, sind Nachfolgeprodukte biotechnologisch hergestellter Arzneimittel sehr strengen Zulassungsbestimmungen unterworfen. Die europäischen Arzneimittelbehörden waren Vorreiter bei der Festlegung spezifischer Zulassungsregeln.

Das Epoetin-alfa-Biosimilar ist nach diesen strengen Standards beurteilt worden, betonte Dr. Carsten Brockmeyer, Geschäftsführer HEXAL Biotech, bei der Einführungsveranstaltung. Danach hat das neue Produkt im Vergleich mit einem zugelassenen Referenzprodukt in puncto Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit die für die Feststellung der Vergleichbarkeit notwendigen Kriterien erfüllt. Der wesentliche Unterschied: Das Biosimilar-Produkt ist kostengünstiger. Die Anwendungsgebiete sind:

  • intravenöse Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit Anämie bei chronischem Nierenversagen unter Hämodialyse-Therapie und bei Erwachsenen unter Peritonealdialyse-Behandlung,
  • intravöse Therapie von Erwachsenen mit symptomatischer renaler Anämie bei Niereninsuffizienz (noch nicht dialysepflichtig),
  • subkutane Therapie bei Anämie und zur Reduktion des Transfusionsbedarfs bei erwachsenen Tumorpatienten mit Chemotherapie, bei denen das Risiko einer Transfusion besteht,
  • Reduktion von Fremdblut bei Erwachsenen ohne Eisenmangel, die vor einem großen orthopädischen Eingriff stehen und ein hohes Risiko von Transfusionskomplikationen haben.


STICHWORT

Biosimilar

Biosimilars sind als Nachfolgeprodukte biotechnologisch hergestellter Arzneimittel keine Generika im klassischen Sinn. Es handelt sich nicht um identische Kopien der Originalprodukte. In die Definition der rekombinanten Wirkstoffe geht der gesamte Herstellungsprozess mit ein. Es gilt: Der Herstellungsprozess ist das Produkt. Um eine Zulassung für ein Biosimilar zu erlangen, reicht ein einfacher Bioäquivalenznachweis - anders als bei Generika - nicht aus. (ob)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an