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Magen-Ca

Erfolg mit Antikörper gegen Claudin18.2

Mit einem weiteren immuntherapeutischen Ansatz kommt Bewegung in die Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom.

Veröffentlicht:

CHICAGO. Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom, die zusätzlich zur Chemotherapie mit IMAB362 behandelt werden, überleben nahezu doppelt solange wie Patienten mit alleiniger Chemotherapie.

Dies ist das Ergebnis der randomisierten Phase-II-Studie FAST, die Professor Salah-Eddin Al-Batran vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt / Main bei der ASCO-Jahrestagung in Chicago vorgestellt hat (J of Clin Oncol, 2016; 34 (15_suppl) Abstr LBA4001).

IMAB362 ist ein chimärer, monoklonaler Antikörper, der sich selektiv und spezifisch gegen Claudin18.2 richtet – und der erste Wirkstoff seiner Klasse. Das in Tumorzellen exprimierte Tight-Junction-Protein Claudin18.2 sei außer beim Magenkarzinom auch bei einer Reihe anderer Tumoren anzutreffen, darunter Karzinome des Pankreas, der Lunge, des Ösophagus und der Ovarien, so Al-Batran.

Aktivierung als Antikörper-Wirkmechanismus

Zum Wirkmechanismus des Antikörpers gehören die Aktivierung der Antikörper-abhängigen zellulären Toxizität (ADCC), die komplementabhängige Zytotoxizität (CDC) und – in Verbindung mit Chemotherapie – die T-Zell-Infiltration und die Modulation der Tumormikroumgebung.

In die FAST-Studie wurden 246 zuvor unbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem oder rezidiviertem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs aufgenommen, die einen spezifischen Mindestwert des Biomarkers Claudin18.2 aufwiesen und für eine Therapie mit Trastuzumab nicht geeignet waren.

Die Patienten erhielten randomisiert die Standardchemotherapie mit acht Zyklen EOX (Epirubicin, Oxaliplatin, Capecitabin) oder zusätzlich zum EOX-Regime IMAB362(initial 800 mg / m2 Körperoberfläche [KO], danach 600 mg / m2 KO alle 21 Tage).

Im Vergleich zu alleiniger Chemotherapie verlängerte sich das mediane PFS unter der Kombinationstherapie mit dem Antikörper von 4,8 auf 7,9 Monate (Hazard Ratio [HR] 0,47; p = 0,0001) und das mediane OS von 8,4 auf 13,2 Monate (HR 0,51; p < 0,0001). Bei Patienten mit den höchsten Claudin18.2-Werte betrug das mediane PFS 7,2 versus 5,6 Monate (HR 0,36; p < 0,0005) und das mediane OS 16,7 versus 9,0 Monate (HR 0,45; p = 0,0005). "Damit hatte sich die Überlebenszeit dieser Patienten fast verdoppelt", so Al-Batran.

Die Behandlung mit dem Antikörper wurde gut vertragen, zu den häufigsten Nebenwirkungen der Therapie gehörten Erbrechen, Übelkeit und Neutropenie. Schwere unerwünschte Ereignisse kamen im Kombinationstherapiearm nicht häufiger vor als unter EOX allein.

Diese Ergebnisse würden eine starke Rationale für eine konfirmatorische Phase-III-Studie bilden, die 2017 gestartet werden solle, ergänzte Al-Batran. Aufgrund der häufigen Expression von Claudin18.2 in Magenkarzinomen könnte etwa die Hälfte der Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren für die vielversprechende Therapie geeignet sein. (wed)

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