Pakistan

Erfolge im Kampf gegen Polio

In Pakistan haben Extremisten Polio-Impfkampagnen lange bekämpft. Jetzt gibt es dort endlich Erfolge.

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ISLAMABAD. In Pakistan ist die Zahl der Polio-Neuerkrankungen stark zurückgegangen. Im Jahr 2015 seien nur 51 neue Fälle von Kinderlähmung gemeldet worden, sagte die Chefin von Pakistans nationaler Anti-Polio-Initiative Ayesha Raza Farooq, am Donnerstag.

Das sei die geringste Zahl seit 2007. Noch 2014 hatten die Behörden in Pakistan 306 Fälle registriert - damals ein Negativ-Rekord.

Poliomyelitis kommt weltweit nur noch in Afghanistan und Pakistan endemisch vor. Das 1988 von der WHO gestartete globale Impfprogramm zur Ausrottung der Krankheit kam in den vergangenen Jahren vor allem in Pakistan kaum noch voran. Das lag vor allem an der Zunahme extremistischer Gewalt in vielen Provinzen.

Islamisten hatten jahrelang vor allem in den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans Impfkampagnen bekämpft. Sie verbreiteten das Gerücht, Polio-Impfungen seien ein Vorwand zur Sterilisierung von Muslimen. Misstrauen hatte auch das US-Militär gesät: Es hatte Spione als Impfhelfer getarnt und mit ihrer Hilfe den Terroristen Osama bin Laden aufgespürt.

Dass die Polio-Zahlen nun so stark zurückgingen, sei auf die Militäroffensiven gegen Extremisten zurückzuführen, sagte Raza Farooq. Nun hätten Gesundheitsexperten Zugang zu Gemeinden, in denen nie zuvor ein Kind geimpft worden sei.

"Wir wollen in den kommenden sechs Monaten jedes pakistanische Kind unter fünf Jahren, das noch nicht geimpft wurde, erreichen." Polio trifft vor allem kleine Kinder. Eine von 200 Infektionen führt zu dauerhaften Lähmungen. Von diesen Erkrankten sterben fünf bis zehn Prozent. (dpa/eis)

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