Suchtkrankheiten

Erfolgreiche Raucherberatung in Rettungsstellen

BERLIN (eb). Raucherberatung kann sich auch auf Rettungsstellen lohnen: innerhalb eines Jahres gelingt der Hälfte der motivierten Patienten der Tabakentzug, hat eine Studie der Charité in Berlin ergeben.

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In der Studie wurden von Oktober über 1000 Raucher, die in der Rettungsstelle der Charité Universitätsmedizin in Berlin-Mitte eingeliefert wurden, zu ihren Rauchgewohnheiten befragt. 128 Patienten (13 Prozent) waren hoch motiviert, innerhalb von vier Wochen das Rauchen aufzugeben. 327 Patienten (32 Prozent) waren ambivalent und wollten innerhalb der nächsten sechs Monate mit dem Rauchen aufhören. 557 Patienten (55 Prozent) wollten nicht aufhören, teilt die Deutsche Krebshilfe mit.

Die Teilnehmer wurden auch telefonisch betreut

Die Studienteilnehmer wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt: Die eine Gruppe erhielt vor Ort ein kurzes Beratungsgespräch, an das sich Erinnerungstelefonate anschlossen (Interventionsgruppe). Die andere Gruppe der Studienteilnehmer erhielt keine Beratung (Kontrollgruppe). Nach 12 Monaten wurden 685 Studienteilnehmer erneut befragt.

50 Prozent der für einen Ausstieg hoch motivierten Raucher, die eine Beratung erhielten, hatten mit dem Rauchen aufgehört. In der Kontrollgruppe hatten es 32 Prozent geschafft. Bei den ambivalenten Studienteilnehmern lag die Erfolgsquote in der Interventionsgruppe bei 22 Prozent im Vergleich zu 17 Prozent in der Kontrollgruppe.

Ärzte können Raucher zum Aufhören bewegen

"Ärztliche Beratungsgespräche tragen demnach dazu bei, aufhörwilligen Rauchern beim Ausstieg aus der Sucht zu helfen", so Professor Claudia Spies von der Charité. Die Studie wurde von der Deutschen Krebshilfe mit 317 000 Euro unterstützt.

Die Deutsche Krebshilfe bietet zum Thema Raucherentwöhnung kostenlos Infomaterial an. Es kann unter Tel.: 02 28 / 72 99 00 bestellt oder online heruntergeladen werden:, und zwar unter www.krebshilfe.de

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