Homöopathie

Erkältungen sind eine Domäne der Homöopathie

Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber - jetzt ist die Zeit der Erkältungen. Gerade diese Krankheiten sind eine Domäne der Homöopathie. Dr. Karl-Heinz Gebhardt, Internist aus Karlsruhe, zum Beispiel setzt bei Erkältungskrankheiten ganz auf Homöopathika. "Wir sind damit zufrieden", sagt er.

Von Ursula Gräfen Veröffentlicht: 04.12.2006, 08:00 Uhr

Homöopathie - das bedeutet nicht unbedingt klassische Homöopathie. Man kann auch ganz pragmatisch vorgehen und sich an den Symptomen orientieren. So etwa bei Erkältungskrankheiten.

Homöopathische Mittel verkürzen dann die Dauer der Erkrankung und lindern die Erkältungssymptome. Außerdem könne meist Folgeerkrankungen vorgebeugt werden. Gebhardt verschreibt etwa Antibiotika "vielleicht zweimal im ganzen Jahr. Wir brauchen sie normalerweise nicht, denn wenn man mit Homöopathie richtig behandelt, kommt es erst gar nicht so weit." Die Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte durch Homöopathika reiche meist aus.

Bei Erkältungskrankheiten pragmatisch homöopathisch zu behandeln, sei "nicht weiter schwierig", so Gebhardt. Entscheidend sind die vorherrschenden Symptome, danach wird das Mittel ausgewählt. In der Regel eignen sich die Potenzen D4 und D6 am besten.

  • Hat ein Patient plötzlich hohes Fieber und eine trockene Haut, ist Aconitum das Mittel der Wahl, anfangs stündlich fünf Tropfen, bei Besserung täglich dreimal fünf.
  • Wenn die Haut dagegen feucht ist und der Patient schwitzt und friert, eignet sich Belladonna, anfangs stündlich fünf Tropfen, nach Besserung dreimal täglich fünf Tropfen.
  • Wer leichtes Fieber hat, um die 38 Grad, sich aber sonst wohlfühlt, sollte Ferrum phosphoricum bekommen, fünfmal täglich eine Tablette.
  • Hat ein Patient vor allem Kopfschmerzen, also bei einer Kopfgrippe, kommt Gelsemicum in Frage, dreimal täglich fünf Tropfen.
  • Wenn Gliederschmerzen bestehen und das Fieber vor allem am Morgen hoch ist, am Abend jedoch nur gering, dann eignet sich Eupatorium perfoliatum alle 30 Minuten bis alle vier Stunden.
  • Bei schmerzhaftem Thorax und Husten wird Bryonia empfohlen, alle ein bis sechs Stunden.
  • Zur Grippe-Vorbeugung bei erkälteten Patienten verwendet Gebhardt auch Influenzinum, eine Grippe-Nosode aus abgetöteten Influenza-Virusstämmen. Der homöopathisch tätige Internist gibt dann die Nosode in der Potenz D30, und zwar nur fünf Globuli einmal in der Woche.

WIRKSTOFFE IN DER HOMÖOPATHIE

Bryonia alba, Weiße Zaunrübe

Die Pflanze aus der Familie der Cucurbitaceen wächst hauptsächlich an Hecken oder Zäunen. Die Urtinktur wird aus der frischen, vor der Blütezeit ausgegrabenen Wurzel hergestellt.

Leitsymptome:

  • Beschwerden nach heißen Tagen; vor allem wenn es davor kühl gewesen ist
  • stechende, ziehende Schmerzen, die sich durch die kleinste Bewegung verschlechtern und durch absolute Ruhe verbessern
  • Alle Schleimhäute sind sehr trocken, daher großer Durst auf kalte Getränke; oft trockene, rissige Lippen und bitterer Geschmack im Mund
  • starke Verstopfung mit trockenem, harten Stuhl
  • Verstauchungen und Zerrungen
  • Essen liegt wie ein Stein im Magen. Das verschlechtert sich durch Bewegung, Hitze und Wärme (bei Gelenkbeschwerden kann Wärme auch lindern). Verbesserung durch Ruhe, durch festen Druck, an der frischen Luft, durch kalte Getränke

bewährt bei: trockenem Husten (da ist Bryonia das wichtigste Mittel), Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden, Verdauungsbeschwerden 

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