Herz-Gefäßkrankheiten

Erstmals Mitralklappe per Katheter eingesetzt

Einer Gruppe dänischer Kardiologen und Herzchirurgen ist es erstmals gelungen, einem Patienten eine neue Mitralklappen-Prothese auf perkutanem Weg per Herzkatheter einzusetzen, meldet der Hersteller der Herzklappe.

Veröffentlicht:
Herz im Blick: Mitralklappe jetzt auch per Katheter.

Herz im Blick: Mitralklappe jetzt auch per Katheter.

© Springer Verlag

KOPENHAGEN (ob). Die katheterbasierte Herzklappen-Implantation unterliegt zurzeit einer rasanten Entwicklung.

Nachdem im Jahr 2000 die erste perkutane Implantation einer Pulmonalklappe vorgenommen wurde, folgte zwei Jahre später die erste Implantation einer Klappenprothese in Aortenposition.

Auch bei Mitralinsuffizienz ist die interventionelle katheterbasierte Behandlung inzwischen ein etabliertes Verfahren, vor allem bei Patienten mit sehr hohem Operationsrisiko.

Goldstandard bei hochsymptomatischer Mitralinsuffizienz ist allerdings nach wie vor die operative Behandlung, die in aller Regel nicht den Klappenersatz, sondern eine Mitralklappenrekonstruktion zu Ziel hat.

Klappe verankert sich selbst

Dem Beispiel der Herzchirurgen folgend stützt sich heute auch die katheterbasierte Therapie auf rekonstruktive Maßnahmen, die auf eine Verkleinerung der Mitralöffnungsfläche zielen.

Die meisten Erfahrungen liegen dabei inzwischen für das sogenannte Clipping der Mitralklappe vor.

Das in Irvine (Kalifornien) ansässige US-Unternehmen CardiAQ Valve Technologies hat es sich dagegen zum Ziel gesetzt, eine Mitralklappe für den perkutanen Klappenersatz als künftige Alternative zur operativen oder katheterbasierten Klappenrekonstruktion zu entwickeln.

Ergebnis dieser Entwicklung ist nach Angaben des Herstellers "eine sich selbst anpassende und selbst verankernde" Mitralklappen-Bioprothese.

Diese neue Klappenprothese ist jetzt erstmals erfolgreich bei einem Menschen implantiert worden.

Ein Team um die interventionellen Kardiologen Dr. Lars S¢ndergaard und Dr. Olaf Franzen sowie die Herzchirurgin Dr. Susanne Holme hat den Eingriff am 12. Juni am Herzzentrum des Rigshospitalet University Hospital in Kopenhagen vorgenommen.

Ähnliche Eingriffe in jüngster Vergangenheit

Patienten war ein 86-jähriger Mann mit schwerer Mitralinsuffizienz. Der Hersteller wertet diesen Erfolg als "Durchbruch" in der Transkatheter-Mitralklappen-Implantation (TMVI).

Um den weltweit allerersten katheterbasierten Klappenersatz in Mitralposition handelt es dabei aber wohl nicht.

Inzwischen mehren sich Berichte aus kardiologischen Zentren, in denen eine erfolgreiche katheterbasierte Klappenimplantation bei Patienten beschrieben wird, die bereits zuvor operativ mit einer Mitralkappen-Bioprothese versorgt worden waren (Valve-in Valve-Implantation).

Nach einem ersten Bericht von Kardiologen am Klinikum San Raffaele in Mailand Anfang 2011 gelang Mitte 2011 auch einem Team um Professor Raffi Bekeredjian am Uniklinikum Heidelberg ein solcher schwieriger Eingriff bei einer 81-jährigen Patientin mit schwerer Mitralinsuffizienz.

Ihr wurde per Leistenkatheter eine Klappenprothese eingesetzt, die ursprünglich als Ersatz für defekte Aortenklappen konzipiert worden war.

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher