Urologische Krankheiten

Falscher Penis macht die meisten Männer glücklich

Männer mit Penisprothesen schätzen die hohe Zuverlässigkeit der Implantate: Einer aktuellen Studie zufolge würden 90 Prozent sich wieder für eine mechanische Erektionshilfe entscheiden.

Von Thomas Müller Veröffentlicht: 02.05.2012, 13:33 Uhr
Falscher Penis macht die meisten Männer glücklich

Lustvoll trotz erektiler Dysfunktion - Implantate machen‘s möglich.

© Yuri A. / panthermedia.net

BRISBANE. Seit es PDE-5-Hemmer gibt, lassen sich Erektionsprobleme zwar bei den meisten Männern lindern oder beheben.

Doch bei 20 bis 30 Prozent wirken orale Medikamente nicht ausreichend, häufig weil die Innervation, die Gefäße oder die glatte Penismuskulatur zu stark geschädigt sind.

Zwar können viele Männer dann noch per Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) eine ausreichende Erektion erreichen, doch diese Prozedur will nicht jeder auf sich nehmen.

Wie gut sich für solche Männer mechanische Erektionshilfen bewähren, haben jetzt australische Urologen um Dr. Eric Chung von der Princess-Alexandra-Klinik in Brisbane untersucht (World J Urol 2012, online am 29. März).

Studiendaten über 30 Jahre

Für ihre Studie hatten sie Daten zu 955 Implantationen aus knapp 30 Jahren ausgewertet. Im Schnitt waren die Männer sechs Jahre und vier Monate nachuntersucht worden, manche sogar bis zu 30 Jahre.

Bei den weitaus meisten Eingriffen erhielten die Männer hydraulische Systeme, damit lässt sich der Penis über eine mechanische Pumpe nach Wunsch aufrichten.

Wie bei allen mechanischen Systemen ist jedoch mit Verschleiß und Funktionsproblemen zu rechnen. So hatten nach fünf Jahren knapp 20 Prozent der Implantate versagt, nach zehn Jahren waren es 27 Prozent.

Hauptursache war bei 75 Prozent ein Flüssigkeitsverlust durch eine Beschädigung des hydraulischen Systems, bei 10 Prozent funktionierte die Steuerung über die Pumpe nicht mehr richtig, es kam dabei zu einer unfreiwilligen Erektion.

91 Prozent nach fünf Jahren noch immer funktionsfähig

Lag die Implantation weniger als fünf Jahre zurück, versuchte man die Prothese durch einen kleinen Eingriff zu reparieren; ältere Implantate tauschte man dagegen komplett aus.

Infektionen waren nur selten ein Problem: Nach fünf Jahren hatten zwei Prozent der Patienten implantatbedingte Infektionen, nach zehn Jahren vier Prozent.

Insgesamt waren nach fünf Jahren noch 91 Prozent der Prothesen funktionsfähig, zehn Jahre schafften 85 Prozent. Diese Zahlen spiegeln sich auch in der Zufriedenheit der Männer wider: Ganze 90 Prozent würden sich erneut für eine Prothese entscheiden.

Quelle: www.springermedizin.de

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