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Studie

Flüge lassen CED wieder aufflackern

MÜNCHEN (wst). Flugreisen und Aufenthalte im Hochgebirge kommen als Risikofaktor für Rezidive chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED) infrage.

Veröffentlicht:
Bedingt durch die Hypoxie in Flugzeugen kann es zu Verletzungen der Darmschleimhaut. Dadurch kann eine CED aufflackern.

Bedingt durch die Hypoxie in Flugzeugen kann es zu Verletzungen der Darmschleimhaut. Dadurch kann eine CED aufflackern.

© vsurkov/fotolia.com

Über Ergebnisse einer entsprechenden Untersuchung mit 43 Patienten mit Morbus Crohn und 60 Patienten mit Colitis ulcerosa hat Professor Robert Ehehalt aus Heidelberg berichtet.

52 CED-Patienten befanden sich in einem akuten Schub, 51 in Remission. Dabei zeigte sich, dass gut 40 Prozent der Patienten mit neuen Schüben in den vergangenen vier Wochen entweder einen mindestens zweistündigen Flug oder einen Bodenaufenthalt in Höhen von mehr als 2000 Metern über dem Meer absolviert hatten.

Von den Patienten mit stabiler Remission hatten nur knapp 16 Prozent eine entsprechende Reisegeschichte. Das Studienergebnis decke sich mit kasuistischen Erfahrungen, die Höhenaufenthalte als Rezidivrisiko nahelegen, berichtete Ehehalt bei einer Veranstaltung von MSD in München.

Keine verbindlichen Daten

Ursache für solche Beobachtungen dürfte die höhenbedingte Hypoxie sein, so Ehehalt in Übereinstimmung mit den Autoren der Studie. In der Folge komme es zu Mikroverletzungen der Darmschleimhaut und konsekutiven Keiminvasionen, die dann das Aufflackern der chronischen Entzündung bedingen.

Diese pathogenetische Vorstellung korrespondiere mit der Tatsache, dass die meisten mit einem Höhenaufenthalt assoziierten Rezidive nicht sofort, sondern mit ein- bis zweiwöchiger Verzögerung nach einer entsprechenden Reise auftreten, erläuterte Ehehalt.

Die Daten sind allerdings noch nicht verbindlich genug, um CED-Patienten in Remission von Flügen oder Höhenaufenthalten abzuraten beziehungsweise ihnen prophylaktisch Medikamente zu verabreichen.

Man sollte aber die neuen Erkenntnisse insbesondere mit Hochrisikopatienten erörtern und geeignete Akutmedikamente für den Fall des Falles ins Reisegepäck empfehlen.

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