Adolf-Kußmaul-Preis

Forscher entschlüsselt Immunantwort auf Hepatitis C

Veröffentlicht: 22.06.2016, 09:21 Uhr
Tobias Böttler hat den Zusammenhang zwischen T-Helferzellen und der Hepatitis C-Immunantwort erforscht. Dafür erhält er den Adolf-Kußmaul-Preis. Auf dem Bild: Antikörper.

Tobias Böttler hat den Zusammenhang zwischen T-Helferzellen und der Hepatitis C-Immunantwort erforscht. Dafür erhält er den Adolf-Kußmaul-Preis. Auf dem Bild: Antikörper.

© Ingram_Publishing / iStock

KARLSRUHE. Für seine wissenschaftliche Arbeit zur Frage, wie spezielle Immunzellen Viren unterscheiden und eine gezielte Immunreaktion auslösen können, hat Dr. Tobias Böttler aus Freiburg den Adolf-Kußmaul-Preis 2016 erhalten. Er arbeitet als Facharzt für Innere Medizin und ist Arbeitsgruppenleiter einer DFG-geförderten Forschungsgruppe am Uniklinikum Freiburg.

Der Preis wird von der Falk Foundation e.V. gestiftet und ist mit 5000 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgte während der 27. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie in Karlsruhe.

Ansatzpunkte für eine Impfung gegen Hepatitis C

Die Forschungsergebnisse Böttlers bieten Ansatzpunkte für die Entwicklung einer Impfung gegen Hepatitis C, heißt es in einer Mitteilung der Falk Foundation. So konnte der Wissenschaftler bei Patienten mit akuter Hepatitis C zeigen, dass follikuläre T-Helferzellen (Tfh-Zellen) die Viruspartikel erkennen können und dadurch aktiviert werden (Gastroenterology 2016; 150: 696-706).

Der Befund basiert auf Voruntersuchungen an Immunzellen, die auf Hepatitis C-Viren reagieren. Anhand von zwei Oberflächenproteinen konnten dabei Tfh-Zellen identifiziert werden. Die Arbeitsgruppe um Böttler stellte ferner fest, dass Patienten mit akuter Infektion deutlich mehr Virus-spezifische Tfh-Zellen im Blut haben als Patienten mit chronischer Infektion oder gesunde Probanden. Außerdem nahmen mit der Zahl der aktivierten Tfh-Zellen die Hepatitis C-Antikörper zu, heißt es weiter in der Mitteilung.

Bestätigte Hypothese: Tfh-Zellen aktivieren Antikörper-bildende Zellen

Damit bestätigen sich bisherige Vermutungen, wonach Tfh-Zellen eine maßgebliche Rolle bei der Regulation der Bildung von Antikörpern und somit auch bei der Virus-Abwehr spielen. In der Untersuchung belegte Böttler zugleich, dass Tfh-Zellen die Antikörper-bildenden B-Zellen des Immunsystems aktivieren.

Nach überstandener Infektion bilden sich aus den B-Zellen Gedächtniszellen, die beim erneuten Auftreten des Erregers diesen schnell und effektiv attackieren. Dieses immunologische Prinzip macht man sich bei der Impfung zunutze. (eb)

Mehr zum Thema

Verunreinigte Nahrungsmittel

Hepatitis-E-Viren in Schweinefleisch nachgewiesen

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Krebszelle: Verschiedene Faktoren erhöhen oder verringern die Gefahr für ein kolorektales Karzinom.

80 Metaanalysen ausgewertet

Was alles das Darmkrebsrisiko senken könnte

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben Cyberkriminelle unter anderem Mails in falschem Namen versendet – und dafür auch das Vertrauensverhältnis zu Ärzten ausgenutzt.

Bundeskriminalamt warnt

Cyberkriminelle nutzen Corona-Krise für Angriffe aus