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Anorexia nervosa

Forscher finden Gene zur Enstehung

Veröffentlicht:

ESSEN. Erste Gene, die Anorexia nervosa (AN) begünstigen und gleichzeitig das Körpergewicht regeln, haben nun Forscher gefunden (Mol Psychiatr 2016; online 17. Mai).

Dass erbliche Faktoren an der Entstehung einer AN beteiligt sind, weiß man aus Zwillings- und Familienstudien. Drei medizinische Arbeitsgruppen aus Essen, Jena und Regensburg gingen dem jetzt nach und identifizierten anhand großer internationaler Analysen genau drei chromosomale Bereiche, die für das Körpergewicht und die Entwicklung einer AN entscheidend sind, heißt es in einer Mitteilung der Universität Duisburg-Essen. "Es stellte sich für uns sehr deutlich heraus, dass die Gene in einem der Bereiche fast ausschließlich das Körpergewicht bei Frauen beeinflussen. Und weil Frauen etwa zehnmal häufiger an AN erkranken als Männer, ist dieses Ergebnis natürlich hochrelevant" wird Studienautorin Professor Anke Hinney von der LVR-Klinik in Essen zitiert.

Nachdrücklich untermauert wird dies auch von einer weiteren Untersuchung, die sich mit zwei der Gene befasst. Von ihnen weiß man, dass sie mit dem Wachstumsfaktor BDNF zusammenspielen, der für Körpergewicht, Essstörungen und weitere psychiatrische Störungen relevant ist. Am Tiermodell konnte am Helmholtz-Zentrum in München gezeigt werden, dass sich ihre Ausprägung unter anderem durch Fasten in einer für die Gewichtsregulation zentralen Region des Gehirns verändert, heißt es weiter in der Mittelung.Hinney: "Dank der Analyse der großen Datensätze und der Tiermodellstudien konnten wir in unserer Untersuchung genau die Gene identifizieren, die sowohl für die Körpergewichtsregulation als auch für die AN relevant sind. Werden diese Ergebnisse in unabhängigen Studien bestätigt, sind nun zum ersten Mal genetische Varianten identifiziert, die die Entwicklung einer Anorexia nervosa begünstigen."Wenn es nur darum geht, welche Genbereiche das Körpergewicht beeinflussen, kann man bereits auf über 100 bekannte DNA-Varianten zurückgreifen. Diese Daten helfen dabei, die der Essstörung zugrunde liegenden biologischen Mechanismen besser zu verstehen. (eb)

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