Herz-Gefäßkrankheiten

Fragebogen zur Anamnese von Blutungen

BERLIN (jma). Eine gezielte Anamnese von Blutungen erleichtert es, Patienten mit Hämostase-Störungen zu identifizieren. Ein neuer standardisierter Fragebogen eignet sich sowohl zur präoperativen Abklärung von Risiken als auch für den Umgang mit Warnsymptomen.

Veröffentlicht:

Der Fragebogen zur Blutungsanamnese wurde an der Berliner Charité entwickelt und in einer prospektiven Studie mit 5649 Patienten getestet (Hämostaseologie 27, 2007, 177). Enthalten sind zwölf einfache Fragen zum Beispiel nach Nasen- oder Zahnfleischbluten. Wird nur eine Frage mit ja beantwortet, gilt der Test als positiv.

In der Studie konnten bis zu 98 Prozent der Patienten mit Hämostasestörungen mit dem Fragebogen und einem Labor-Screening gefunden werden. Die Vorhersagewerte waren damit deutlich höher im Vergleich zu bisherigen Screeningkonzepten. Wenn mindestens vier der Fragen positiv waren, ergab sich alleine durch den Fragebogen ein Vorhersagewert von 99 Prozent für eine Hämostasestörung.

Der Fragebogen eignet sich auch für niedergelassene Kollegen. Damit können Frühwarnsymptome von Gerinnungsstörungen erkannt und Risikopatienten gezielt einer weiteren Diagnostik zugeführt werden. So haben zum Beispiel ein Prozent der Menschen in Deutschland ein von-Willebrand-Syndrom. Die Blutungstendenz ist oft nur leicht ausgeprägt mit Zahnfleisch- und Nasenbluten und verlängerter Menstruation.

Den Fragebogen gibt es unter www.netzwerk-vws.de, Bereich für Fachkreise unter "Servicematerial".

Mehr zum Thema

Kardiologie

8-Punkte-Score ermittelt, wie herzgesund man lebt

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Bei einer Pneumonie können Prognosemarker helfen, Über- und Untertherapien zu vermeiden.

© Minerva Studio / stock.adobe.com

WONCA-Kongress

Drei Prognosemarker bei Pneumonie

Constanze Jäger fungiert am Städtischen Klinikum Braunschweig als Employee Happiness Managerin.

© [M] Porträt: Klinikum Braunschweig/Dennis Schulten | Martyshova / stock.adobe.com

Zufriedene Mitarbeiter

Glücksmanagerin greift im Krankenhaus unter die Arme