Direkt zum Inhaltsbereich

Frühchen mit nur 300 Gramm hat überlebt

GÖTTINGEN (pid). Ein kleines medizinisches Wunder ist Ärzten des Göttinger Uniklinikums gelungen: Ein Baby, das bei seiner Geburt im März dieses Jahres nur 300 Gramm wog, kann in den nächsten Tagen nachhause in die Obhut der glücklichen Eltern entlassen werden.

Veröffentlicht:

"Es ist das kleinste Baby, das wir hier je hatten", so der Oberarzt der neonatologischen Intensivstation des Klinikums, Dr. Oliver Möller. Die kleine Kimberley kam in der 25. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt. Bei ihrer Geburt war sie 26 Zentimeter groß und hatte einen Kopfumfang von nur 19 Zentimetern. Inzwischen hat sie ohne größere Komplikationen ein Gewicht von über 2,2 Kilo erreicht.

Das Baby ist damit weltweit eines der wenigen Extrem-Frühgeborenen, das mit einem so geringen Geburtsgewicht überlebt und auch keine gesundheitlichen Schädigungen davongetragen hat. Grundsätzlich gehen Mediziner davon aus, dass Frühgeburten mit einem Gewicht von unter 400 Gramm nicht lebensfähig sind. Dass Kimberley alles gut überstanden hat, ist zum einen der modernen Intensivmedizin zu verdanken.

"Die Kinder müssen aber auch ein gewisses Potenzial mitbringen", sagte Möller. Die größte Sorge der Mediziner war, dass sich bei solchen extremen Frühgeburten Hirnblutungen einstellen können. Zu einer solchen Komplikation, die schwere körperliche und geistige Behinderungen nach sich ziehen kann, kam es glücklicherweise nicht.

Allerdings mussten die Mediziner die kleine Kimberley wegen einer Retinopathie an den Augen operieren. Anderenfalls hätte sie erblinden können. Auch dies verlief ohne Komplikationen. Ein weiterer kritischer Punkt war die Lunge. Dank der modernen Beatmungstechniken konnte sich die Lunge jedoch stabilisieren. Allerdings werde auch in den nächsten Wochen noch ein geringer Bedarf an zusätzlichem Sauerstoff bestehen, sagte der Oberarzt. Außerdem muss das Baby noch teilweise über eine Sonde gefüttert werden. Alles in allem habe sich Kimberley aber hervorragend entwickelt: "Es funktioniert alles erfreulich gut, und das ist keine Selbstverständlichkeit."

Im Perinatalzentrum der Göttinger Universitätsmedizin werden jedes Jahr durchschnittlich 75 Frühgeborene versorgt, die weniger als 1500 Gramm wiegen. Kimberley war dabei mit Abstand das winzigste Frühchen.

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Lesetipps
Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Die Ursachen für eine Anämie sind zahlreich. Differentialdiagnostisches Denken ist vorrausgesetzt.

© doucefleur / stock.adobe.com

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik